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Mathe-Lehrer reden Tacheles über Schwächen der Schüler

Das Problem ist bekannt: Viele Schulabgänger kommen mit schlechten Mathe-Kenntnissen an die Hochschulen, gleichzeitig sind die Erwartungen, die an sie gestellt werden, zum Teil zu hoch, wie Dozentender Hochschule für Wirtschaft und Technik (HTW) selbstkritisch einräumen. Wo es genau hakt, das wollen Dozenten und Lehrer gemeinsam herausfinden. 2012 startete die HTW gemeinsam mit dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien das Projekt „Mathe-Max“.

Die Inhalte einiger Mathe-Vorlesungen wurden „komplett über den Haufen geworfen“, wie Susan Pulham, Initiatorin von „Mathe-Max“ erklärt. Hapert es dennoch, finden Studenten Hilfe bei Tutoren im Mathe-Café der HTW. Das Projekt wurde von den Wirtschaftswissenschaften auf die Ingenieurswissenschaften ausgeweitet. Seit November arbeitet zudem eine Arbeitsgruppe an Mindestanforderungen an die Schüler. Beim zweiten Dialogtag, der gestern stattfand, wurde mit 80 Lehrern und Dozenten diskutiert. Doch zunächst musste geklärt werden, was im Mathe-Unterricht falsch läuft. „Wir wollen Tacheles reden und auch die Mängel auf den Tisch bringen, die es offiziell gar nicht geben dürfte“, sagte Pulham. So steht etwa an Fachoberschulen die Vektorrechnung im Lehrplan, allerdings erst nach den Prüfungen, wenn die Aufmerksamkeitsspanne vieler Schüler irgendwo „zwischen Schlafen und Facebook“ liege, wie Frank Kneip, Leiter des Projekts, es zuspitzte.

Keine Kritik am Schulsystem

 Um die Wurzel der Probleme ging es gestern nicht. Zwar äußerten einige Teilnehmer, dass G.8 und die Oberstufenreform sicher nicht zur Verbesserung der Mathe-Leistungen beigetragen hätten. Doch mit Kritik am Schulsystem und den Lehrplänen hielt man sich noch zurück. In einem Jahr sollen Lösungsvorschläge vorgelegt werden. „Und dann müssen Bildungsministerium und Lehrplankommission uns zuhören“, betonte Kneip.

An der Saar-Uni kennen die Dozenten ähnliche Probleme. „Die Mathe-Kenntnisse werden immer schlechter“, sagte Klaus Schindler, Dozent für Mathematik für Ökonomen. Dennoch beteiligt sich die Uni an „Mathe-Max“ nur in begrenztem Rahmen. Schindler berichtet von „erbitterten Widerständen“, als er erstmalig einen Mathe-Vorbereitungskurs an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät einführen wollte: „Das Geld fehlt dann an anderer Stelle, und Mathe wird oft nur als Hilfswissenschaft gesehen.“ Dabei sei sie so viel mehr als das.


 
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