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Mathekurs für angehende Informatiker an der Saar-Uni ist so gut besucht wie nie zuvor

Der „Science Park 2“ auf dem Uni-Campus

Der „Science Park 2“ auf dem Uni-Campus

Montag, neun Uhr in einem Hörsaal der Universität des Saarlandes . Obwohl die Vorlesungen des neuen Semesters erst am 24. Oktober beginnen, sitzen hier heute schon etwa 250 junge Frauen und Männer. Sie alle werden ein Studium wie zum Beispiel Medieninformatik, Computerlinguistik, Cybersicherheit oder den in diesem Wintersemester erstmals eingeführten Studiengang Mathematik und Informatik aufnehmen – und wollen sich vor Beginn in Sachen Mathematik fit machen.

Etwa 40 junge Männer und Frauen betreten die Bühne. Alle tragen T-Shirts mit dem Aufdruck „ Universität des Saarlandes : Informatik“. Sie werden den Kurs leiten. Sie sind ebenfalls Studenten .

Diesen Mathematik-Vorkurs von und für Informatikstudenten gibt's an der Saarbrücker Universität bereits seit einigen Jahren. Die Gründer, Christian Eisentraut und Julia Krämer, haben ihr Studium in Saarbrücken abgeschlossen und den Vorkurs an engagierte Nachfolger weitergegeben. Das Projekt wird komplett von Studenten organisiert. Für einen Unkostenbeitrag von 20 Euro werden die angehenden Studenten vier Wochen lang fünf Tage die Woche von 9 bis 16 Uhr in verschiedenen Einheiten unterrichtet. Neben Vorlesungen gibt es eine Selbstlernphase, in der in kleinen Gruppen mit einem sogenannten Coach das zuvor Gelernte aufgearbeitet wird. Und schließlich nehmen die angehenden Studenten an einem Tutorium teil, in dem die Kenntnisse anhand von Übungen vertieft werden. Neben den täglichen Lerneinheiten bietet das Team auch einige Veranstaltungen an, um die Kommilitonen und den Campus besser kennenzulernen.

Nachdem die ersten zwei Wochen des Kurses absolviert sind, zieht Katharina Stein (19), angehende Computerlinguistin, ein positives Fazit: „Ich finde es gut, dass der Vorkurs die Möglichkeit bietet, sich zusammen mit anderen mit dem Stoff auseinanderzusetzen. Persönlich fände ich es aber besser, wenn die Selbstlernphase eine Stunde kürzer und das Tutorium eine Stunde länger wäre.“

Dieser Meinung stimmen viele ihrer Kommilitonen zu. Wie auch Katharina sind einige überrascht, dass hauptsächlich neuer Stoff behandelt wird. „Ich dachte, es wäre mehr Wiederholung aus der Schule. Tatsächlich ist mir das das Meiste aber neu.“ Simon Fedick (18) ist ebenfalls zufrieden: „Unser Coach ist eine große Hilfe. Und nebenbei lernt man schon vor Beginn des Studiums neue Leute kennen.“ Beide können sich auch vorstellen, das Projekt im nächsten Jahr selbst als Tutor zu unterstützen.

Der Vorkurs wird von den rund 40 sogenannten Coaches ehrenamtlich organisiert. Zur Unterstützung des Teams finanziert der Lehrstuhl Informatik sechs weitere Tutoren, die in diesem Feld bereits Studenten unterrichten. Dass es fast kein Geld für das Projekt gibt, mindert die Motivation der Truppe keineswegs. Felix Freiberger, 23, hat sein Informatikstudium schon fast hinter sich. Genau wie seine Kommilitonen findet er das Projekt extrem wichtig: „Viele von uns haben am Anfang ihres Studiums selbst hier teilgenommen und waren über diese Möglichkeit sehr dankbar. Das wollen wir jetzt weitergeben.“

Für die Zukunft wünschen sich Felix Freiberger und sein Kommilitone Gereon Fox stellvertretend für das gesamte Team mehr Aufmerksamkeit für ihre Arbeit: „Der Vorkurs kommt bei den Studenten super an, das wird sich auch im nächsten Jahr nicht ändern.“ Wichtig sei die finanzielle Unterstützung, damit das Projekt weiter bestehen könne. „Unser Projekt ist kein Posten im Budget der Universität. Solange es genug Freiwillige gibt und die Professoren uns aushelfen, kann der Vorkurs fortgeführt werden“, sagt Gereon Fox . Wegen der ganzen Sparmaßnahmen könne der Fortbestand des Vorkurses nicht garantiert werden, so Fox . Trotzdem bleibe das Team optimistisch und glaube daran, dass auch für zukünftige Semester der Mathe-Vorkurs angeboten werden kann. So viele Teilnehmer wie in diesem Jahr habe es beim Mathe-Vorkurs noch nie gegeben. Im letzten Jahr hätten schon knapp 250 Studenten den Kurs belegt, in den Vorjahren maximal 200.

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