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Max-Ophüls: „Der Albaner“ ist der Sieger-Film

 Saarbrücken. Eine Schande sei das, fand der Ophüls-Preisträger Johannes Naber. Den Hauptpreis für seinen Film „Der Albaner“ meinte er natürlich nicht, sondern die Tatsache, dass der junge deutsche Film einfach nicht sein Publikum fände, mangels Unterstützung der Medien und mangels (kostspieliger) Werbung. „Da muss sich vieles ändern!“ Gemäßigt kämpferisch also ging die Preisverleihung am Samstagabend in der vollen Congresshalle zu Ende.



Ungewohnt kurze anderthalb Stunden

Jochen Schropp, bisher nur Eröffnungs-erprobt, moderierte mit charmantem Witz und roten Schuhen, die so hell leuchteten wie Bremslichter in einer mondlosen Nacht – kein Wunder, dass Laudator Christopher Buchholz, auf die Knie ging, um sie andächtig zu berühren. Die Preisverleihung dauerte ungewohnt kurze anderthalb Stunden – beschleunigt leider durch das Fehlen von Trailern und Ausschnitten: Es haperte an der Technik. Statt Filmszenen auf der Videowand liefen ein paar Tränen: die von Regisseurin Barbara Eder, als die Grand Jury ihrem Film „Inside America“ eine lobende Erwähnung zuteil werden ließ. Von denen gab es noch einige mehr, dazu einen Spezial-Preis; überhaupt schien die Jury hart und lange mit sich gerungen zu haben, um dann ein paar Preise mehr zu kredenzen für einen Jahrgang, von denen viele Filme in ihrer Qualität auf einem Niveau lagen. Regisseur Dani Levy von der Grand Jury erklärte das Prozedere, das angesichts „so vieler starker Filme“ mehrere und hitzig diskutierte Runden gedauert habe.

Cosma Shiva Hagen früher abgereist

Zur Inspiration habe man zu sechst neun Flaschen Wein konsumiert (was erklären mag, dass Jury-Mitglied Cosma Shiva Hagen, der Levy eine „schizophrene weibliche Perspektive“ bescheinigte, vor der Preisverleihung schon abgereist war, „aus Gesundheitsgründen“, wie es hieß). Levys Anmerkung, man habe der Jury ja ansonsten wenig Verpflegung kredenzt, rief Saar-Kulturminister Karl Rauber zwar nicht auf die Bühne (da stand er nämlich schon), aber auf den Plan: Darum wolle er sich 2012 persönlich kümmern.

Publikumspreis für  „Der Sandmann“

Viele Dankesreden zeugten von ehrlicher Überraschung, gewonnen zu haben: Samira Radsi etwa, mit „Anduni – Fremde Heimat“ von der Defa-Stiftung ausgezeichnet, sei „schon längst am Bahnhof“ gewesen, als man ihr signalisiert habe, vielleicht doch noch nicht in den Zug zu steigen. Große Freude auch bei Peter Luisi, der mit seiner Komödie „Der Sandmann“ den Publikumspreis holte – schließlich war der Schweizer schon zum dritten und damit letzten Mal im Ophüls-Wettbewerb. Bei der Darstellerpreisträgerin Sarah Horváth musste man zeitweise eine freudige Ohnmacht befürchten, sie bedankte sich schließlich „bei allen Leuten, die mich kennen“. Selbiges tat Martin Busker, Jungfilmer mit Krawatte (ein seltener Anblick), ausdrücklich nicht: An seinem prämierten mittellangen Film „Halbe Portionen“ an der Filmakademie Baden-Württemberg hätten Dozenten bis zuletzt herumgemäkelt und ihn als „völlig misslungen“ bezeichnet. „Wir mussten viel einstecken“. Das geht Dokumentarfilmern oft genauso. Deshalb mahnte Doku-Juror und Regisseur Uli Gaulke: „Lasst Euch von Redaktionen, die Euer Stoff nicht interessiert, nicht abwimmeln. Macht einfach immer weiter.“ Und, etwas weniger ermutigend: „So ein Preis allein hilft da auch nicht viel.“

Dass indes der Name von Ministerpräsidenten-Preisträgerin Güzin Kar (für „Fliegende Fische müssen ins Meer“) nicht ganz korrekt ausgesprochen wurde, nahm sie gelassen.

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