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Maya ist endlich wieder beim Frauchen

Gar nicht mehr loslassen möchte die Tochter von Jennifer Schmidt den Ausreißer Maya. Nach einer Woche Odysse durch die Region war die Hündin am Dienstag bei Oppen aufgefunden worden und konnte nach Hause auf den Steinrausch bei Saarlouis zurückkehren. Foto: Familie Schmidt

Gar nicht mehr loslassen möchte die Tochter von Jennifer Schmidt den Ausreißer Maya. Nach einer Woche Odysse durch die Region war die Hündin am Dienstag bei Oppen aufgefunden worden und konnte nach Hause auf den Steinrausch bei Saarlouis zurückkehren. Foto: Familie Schmidt

Noch am Tag darauf kennt die Freude bei Jennifer Schmidt keine Grenzen: „Ich war überglücklich und konnte es kaum fassen“, erinnert sich die 30-Jährige aus Saarlouis-Steinrausch an den Augenblick, als am Dienstagnachmittag ihr Telefon klingelte. Am anderen Ende meldete sich Anne Becker, eine junge Frau aus Reimsbach, die eine erlösende Botschaft für Jennifer Schmidt und ihre Familie überbrachte: „Ich glaube, ich habe ihren Hund gefunden.“

Eine ganze Woche lang hat Jennifer Schmidt, unterstützt von Familie und Freunden, verzweifelt nach Maya , einer anderthalb Jahre jungen Australian-Shepherd-Hündin, gesucht. Am 6. Februar war Maya , die erst vor kurzem aus Baden-Württemberg zur Familie gekommen war, von zu Hause ausgebüxt. Unter anderem war ein Suchaufruf nach dem Hund im sozialen Netzwerk Facebook zu finden, der sich rasch weiter verbreitete und auch viele Hinweise auf seinen Aufenthaltsort ergab. So kristallisierte sich zum Wochenende heraus, dass der Hund offenbar im Raum Nalbach/Körprich umherirrte – mehrere Zeugen hatten ihn dort entdeckt.

Am Montagmorgen wurde dann klar, dass es Maya zwischenzeitlich in den Kreis Merzig-Wadern verschlagen hatte: Jogger begegneten dem herrenlosen Hund im Lücknerwald zwischen Wahlen und Oppen . Kurz darauf wurde auch die SZ-Redaktion in Merzig auf die Suche nach Maya aufmerksam. Noch am gleichen Tag erschien auf der Internetseite und im Facebook-Auftritt der SZ Merzig-Wadern sowie am Tag darauf dann auch in der Druckausgabe ein Suchaufruf mit dem Foto des Hundes.

Dies trug dann zumindest indirekt dazu bei, dass Maya noch am Dienstag wohlbehalten aufgefunden wurde und ihre Odyssee ein Ende fand. Als Anne Becker, eine 25 Jahre junge Frau, die in Reimsbach lebt, an diesem Mittag gegen 12 Uhr mit ihrem Hund zu einem Spaziergang aufbrach, war ihr weder der Suchaufruf auf Facebook noch jener in der SZ bekannt. Auf den Galgenberg zwischen Reimsbach und Oppen war sie mit ihrem spanischen Windhund Piccolo gefahren, um dort einen Spaziergang zu unternehmen. Sie erinnert sich: „Aus Richtung Oppen kam mir dann auf einmal ein Hund entgegen.“ Zunächst habe sie noch gedacht, dass da ein anderer Hundehalter mit seinem Tier unterwegs sei. Doch bald habe sie bemerkt, dass das Tier offenbar herrenlos ist. „Ich habe dann erst einmal Piccolo zu ihm geschickt, weil der sich sonst mit anderen Hunden auch immer gut versteht.“ Das funktionierte auch diesmal: Der fremde Hund, wiewohl ganz offenkundig etwas verängstigt, fasste Vertrauen. „Ich hatte auch noch ein Leckerli dabei, und als ich ihm das gegeben habe, ist er bei uns geblieben“, erinnert sich Anne Becker.

Was sie in diesem Moment noch nicht wusste: Bei dem fremden Hund handelte es sich um Maya , die schon seit einer Woche ganz allein umherirrte. „Ich bin dann mit dem Hund in den Ort, um dort zu fragen, ob vielleicht jemand weiß, wem er gehört.“ Und da kam der Artikel in der SZ ins Spiel: „Gleich die erste Frau, die ich getroffen habe, hatte am Morgen den Zeitungsartikel gelesen.“ Ein Blick auf das Foto, das dem Artikel beigestellt war, beseitigte die letzten Zweifel: Es war Maya .

Die war mittlerweile ganz zutraulich geworden und folgte ihrer Retterin (und dem neuen vierbeinigen Freund Piccolo) bereitwillig ans Auto, ohne dass Anne Becker sie an die Leine nehmen musste.

Die junge Frau brachte die Hündin in ihre Wohnung nach Reimsbach und rief dann Mayas Besitzerin Jennifer Schmidt an: „Die Nummer hat ja auch in der Zeitung gestanden.“ Trotz ihres einwöchigen Irrweges durch Kälte, Schnee und fremdes Gelände habe der Hund einen vergleichsweise guten Eindruck gemacht, sagt Anne Becker: „Sie war zwar ein bisschen hungrig, aber ansonsten absolut fit.“

Riesengroß ist die Freude noch immer in Steinrausch, wo Mayas Besitzer leben: In überschwenglichen Worten bedankt sich Jennifer Schmidt bei allen, die bei der Suche nach Maya geholfen haben: „Es war zwar eine sehr harte und traurige Woche für uns, aber wir haben festgestellt, dass es unendlich viele gute und hilfsbereite Menschen gibt“, schreibt sie in einer Facebook-Botschaft. Ganz besonders dankbar sind sie, ihr Mann und ihre Kinder natürlich Anne Becker, die Maya aufgegriffen hat: „Sie sind unser Engel!“ Aber auch der Suchaufruf in der SZ habe sehr geholfen: „Ich habe sehr viele Infos bekommen von Leuten aus dem Umkreis, die es in der Saarbrücker Zeitung gelesen haben“, erklärt sie gegenüber unserer Redaktion. Dutzende Hinweise seien im Laufe der Woche bei ihr und Freunden, die sie unterstützten, eingegangen, unter anderem von einem Gastwirt aus Oppen , der den Hund ebenfalls gesehen hatte. Ganz besonders hebt sie hierbei Sandra und Michael Leidinger hervor, „die uns Tag und Nacht unterstützt haben“. Sandra Leidinger war unter anderem am Montag selbst im Lückner gewesen und hatte nach dem Hund gesucht.

Und Maya selbst? „ Maya weicht mir nun nicht mehr von der Seite. Ich glaube, die hat auch verstanden, dass es zu Hause viel schöner ist“, meint Jennifer Schmidt überglücklich.



facebook.de/saarbrueckerzeitung.mzg
 
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