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McDonalds-Currywurst: Saarlands Imbissbuden-Besitzer gelassen

Von SZ-Redaktionsmitglied Jonas Wissner

Saarbrücken. Ob rot oder weiß, scharf oder mild gewürzt: Die Currywurst gehört zu den beliebtesten Schnellgerichten in Deutschland. Landauf, landab werden die geschnittenen Fleischstücke an Imbissbuden über die Theken gereicht, wobei es regionale Unterschiede bei der Zubereitung gibt. Ab heute bietet auch der Fastfood-Gigant McDonald’s seine McCurrywurst an, deutschlandweit werden Filialen beliefert – zunächst als Aktion für sechs Wochen. Ein Angriff auf die Wursthoheit der Imbissbuden?

„Im Saarland gibt es mehrere hippe Wurstbuden, die haben ihre eigene Fangemeinde und gegen die werden wir schwach aussehen“, sagt Harald Getrey junior von McDonald’s Getrey. Das Neunkircher Unternehmen betreibt als Franchise-Nehmer zehn der insgesamt 19 McDonald’s-Filialen im Saarland. Bei der Wurst-Offensive gehe es vor allem darum, „sich bemerkbar zu machen und ins Gespräch zu kommen“, so Getrey. Man plane „keinen Feldzug gegen die Rostwurst von der Imbissbude“eine beliebte saarländische Currywurst-Variation.

Wie reagieren Imbissbetreiber aus dem Saarland auf die McCurrywurst? „Mit einer guten Currywurst kann Fastfood nicht mithalten“, ist sich Bernd Höger, Inhaber von Schleppis Holzkohlegrill in St. Ingbert, sicher. Die nächste Fastfood-Filiale befinde sich „am anderen Ende der Stadt“, sei also ohnehin keine direkte Konkurrenz. Seine Kunden, darunter Schulkinder, Senioren und gelegentlich auch der aus St. Ingbert stammende Restaurant-Tester Christian Rach, blieben ihm gewiss treu.
„Ich mach mir wegen McDonald’s net in die Bux“, scherzt Michael Kasper gelassen. Seine Familie betreibt seit 45 Jahren die Futterkrippe am Lebacher Bahnhof, die Würste kommen aus dem eigenen Betrieb. Von der Imbissbude ist die nächste Filiale des Fastfood-Unternehmens nur einige hundert Meter entfernt, „der eine oder andere wird dort hingehen“. Doch ihm sei nicht Bange, denn bei McDonald’s „kommt alles aus Packungen“. Es fehle vor allem das typisch Saarländische an der Currywurst: die hausgemachte Soße.

„Die Soße ist wie das Dressing beim Kebap – sie gibt der Wurst den Charakter“, sinniert Hans-Jürgen Mathieu, der in Merzig-Besseringen mit seiner Frau ein Imbissrestaurant betreibt. Etwa 500 Portionen Currywurst serviere er seinen Kunden nach eigenen Angaben täglich, „immer zwei geschnittene Würstchen im zarten Saitling“, den er seit einiger Zeit dem Schweinedarm vorzieht. Mathieu kennt sich aus, ist Imbissbetreiber seit 1985 und studierter Fleischtechniker. Angst vor der McCurrywurst? Mitnichten. „Mir ist nicht Bange, denn das ist keine Currywurst“, sagt er. Im Saarland sei es üblich, die Wurst frisch und ohne Fett auf dem Grill zuzubereiten. Beim Konzern mit dem M sei das rein technisch nicht möglich.

McDonald’s teilt auf Anfrage mit, dass das neue Produkt „frisch frittiert“ werde – also im Fett gebacken und nicht etwa gegrillt. Um „so viele regionale Geschmäcker wie möglich zu treffen“, könnten die Kunden zwischen Pommes oder Kaiserbrötchen, Ketchup oder Mayonnaise, scharfem oder milderem Curry wählen. Das Fleisch ist allerdings überall dasselbe: „Eine Art der Rostbratwurst im Kunstdarm.“ Produziert wird sie von HoWe Wurstwaren, dem Unternehmen des Präsidenten des FC Bayern München, Uli Hoeneß. Wie viele Portionen für den Verkaufsstart der Currywurst bereits ins Saarland geliefert wurden, wollte McDonald’s nicht verraten.

„Sollen sie es halt ausprobieren“, kommentiert Wolfgang Sämann, Imbissbetreiber in Dudweiler, die Aktion der Schnellimbiss-Kette. „Da sollen die Leute sich selbst ihr Urteil bilden, von mir aus kann McDonald’s auch einen Stand neben mir aufmachen.“



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