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Medienrat und Saar-Politiker kritisieren Privatsender

Saarbrücken. Bei RTL leihen sich Teenager fremder Leute Kleinkinder aus, um mal auszuprobieren, wie das so ist mit dem Elternsein. Auf RTL II geht – der Zuschauer erahnt es schemenhaft – ein Pärchen im Big-Brother-Haus zwischenmenschlichen Urtrieben nach. Auch ProSieben kümmert sich um das Liebesleben, und zwar um das von C-Promi Giulia Siegel: Sie sucht per TV-Casting den Mann fürs Leben. Sat1 handelt sich derweil gleich für drei Sendungen Beanstandungen wegen Schleichwerbung ein.

Diese Triebe und Umtriebe im deutschen Privatfernsehen gehen dem Medienrat der Landesmedienanstalt (LMS) für das Saarland zu weit. Er hat nun eine „Resolution zur Programmentwicklung im privaten Fernsehen“ verabschiedet. Darin prangert er an, dass „erhebliche Teile des Privatfernsehens in Deutschland ihrer öffentlichen Aufgabe (...) nicht sachangemessen genügen“. Programme wie die oben genannten gefährdeten dessen Legitimität. Eine Auffassung, die die im saarländischen Landtag vertretenen Parteien teilen. „Mit Sendungen wie ,Erwachsen auf Probe', bei denen wehrlose Kinder benutzt werden, um mit immer absurderen Formaten Quote zu machen, stellen die Privaten ihre Legitimation selbst in Frage“, heißt es etwa aus der CDU-Fraktion.

Linken-Sprecherin Birgit Huonker befürchtet: „Zwangsläufig geht die schleichende RTLisierung mit einem Verlust an Werten, vor allen bei Jugendlichen einher.“ Und auch der Fraktionsgeschäftsführer der Grünen, Markus Tressel, teilt „die Auffassung, dass die Privaten vielfach der öffentlichen Aufgabe nicht mehr gerecht werden“. Der einzelne private Sender muss keinem Grundversorgungsauftrag genügen, wie es der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit der Maßgabe „bilden, informieren, unterhalten“ tut. Das duale Rundfunksystem beruht jedoch darauf, dass die Gesamtheit aller privaten Sender dieses umfassende Programm abbilden. Genau das ist laut Medienrat nicht mehr gegeben. Er kritisiert nämlich auch die „weiterhin stark rückläufige politische Berichterstattung in den privaten Vollprogrammen“.

Eine Meinung, die die Politik im Land ebenfalls teilt. Aber was tun gegen Ent-Politisierung und Verrohung? Der medienpolitische Sprecher der SPD, Ulrich Commerçon (Foto: bub), fordert eine stärkere Kontrolle: „Dort, wo es Auswüchse gibt, (...) müssen die Medien-Kontrollorgane stärkere Sanktionsmöglichkeiten bekommen.“ FDP-Chef Christoph Hartmann (Foto: rup) plädiert indes für freiwillige Selbstkontrolle, eine strengere Reglementierung aber nur als „ultima ratio“. Die Resolution soll nun an Landesregierung und Landtag weiter Caroline Biehl  
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