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Mediziner-Mangel auf dem Land: Monika Bachmann will Hausärzte mit 10 000 Euro locken

Damit der Arzt im Dorf bleibt, will Ministerin Bachmann 20 Geldspritzen mit 10 000 Euro Inhalt verabreichen. Foto: Armin Weigel/dpa

Damit der Arzt im Dorf bleibt, will Ministerin Bachmann 20 Geldspritzen mit 10 000 Euro Inhalt verabreichen. Foto: Armin Weigel/dpa

Es wird immer schwieriger, Hausärzte zur Niederlassung in ländlichen Regionen zu bewegen. Im Saarland fehlen derzeit bereits 34 Hausärzte , besonders Lebach (sieben Fehlstellen) und Wadern (sechs Fehlstellen) seien davon betroffen, sagte jetzt Gesundheitsministerin Monika Bachmann ( CDU ) vor Journalisten in Saarbrücken . „Der Versorgungsgrad mit Hausärzten liegt in Wadern bei nur 81 Prozent, in Lebach bei 89 Prozent. Dagegen liegt Blieskastel mit einem Versorgungsgrad von 122 Prozent an der Spitze“, ergänzte Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling ( CDU ). Derzeit seien 669 Hausärzte im Saarland tätig. „Die Anzahl der Hausärzte , die in den nächsten fünf Jahren das 65. Lebensjahr erreichten, beträgt 224“, fügte Kolling hinzu.

Deshalb will Bachmann mehr junge Praxisnachfolger in ländliche Gegenden locken. „Eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten im Saarland ist mir auch in den ländlichen Regionen ein großes Anliegen“, so Bachmann. Deshalb wolle sie ab 2017 pro Jahr 20 Praxisübernahmen und -neuzulassungen im ländlichen Raum mit je 10 000 Euro fördern. Damit zeige sie auch der kommenden Ärzte-Generation, dass „ihr Beruf auch hier eine gute Zukunft hat“.

Der Chef der Saar-Hausärzteverbandes, Dr. Michael Kulas, bewertete gegenüber der SZ Bachmanns Geldspritze positiv, hat aber Zweifel, ob sie wirkt. „10 000 Euro sind eine Summe, die ist aber nicht sehr hoch“, sagte Kulas. Er bestätigte der SZ, dass mit 10 000 Euro etwa kein Ultraschallgerät zu kaufen sei. „Es ist eben die Frage, ob die Summe reicht, um eine Niederlassungs-Motivation hervorzurufen. Und darum geht es doch“, erklärte Kulas. Diejenigen Ärzte, die sich ohnehin auf dem Lande niederlassen wollten, nähmen das Geld sicher gerne mit. Ob aber zusätzliche Mediziner gewonnen werden könnten, sei fraglich.

Kolling betonte, dass man Absolventen der Uniklinik Homburg nicht zwingen könne, sich im Saarland niederzulassen. Im Sommer 2014 hatte die Kassenärztliche Vereinigung Saarland ein neues Zentrum für Allgemeinmedizin an der Uniklinik mit 750 000 Euro für zehn Jahre bezuschusst. Über Absolventen dieses Zentrums, die bereits eine Hausarztpraxis im Saarland aufgemacht haben könnten, ist dem Ministerium nichts bekannt.

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