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Mediziner nehmen Jugend-Probleme unter die Lupe

Merzig. Der Amoklauf von Winnenden war gestern auch Thema beim 80. Saar-Lor-Lux-Symposium in der Merziger Stadthalle. "Wir haben in den vergangenen Tagen viele Ratschläge gehört", sagte Ingwardt Tauchert vom Saar-Gesundheitsministerium zum Thema Amoklauf. "Wie groß die Probleme dieses Jugendlichen waren, weiß bis heute niemand genau." Die Zeit sei geprägt von emotionaler Instabilität. Es gebe kaum Hilfe für diese Altersgruppe. Umso erfreulicher sei, was in der SHG-Klinik in Kleinblittersdorf geleistet werde, sagte Tauchert. Das Selbstverständliche im Umgang der Generationen scheine verloren gegangen zu sein, wie das Interesse füreinander. So oder so: "Das furchtbare Ereignis in Winnenden giert nach Erklärungen, obwohl es keine gibt!"

Die Lebensbahnen seien nicht an Altersgrenzen gebunden, sagte Chefarzt Dr. Martin Kaiser von der SHG-Klinik Merzig. "Man hat den Eindruck, dass die Jugend sich ausdehnt." Es gebe einen breiteren Zeitraum zum Erwachsenwerden. Die Kindheit werde im Rückblick idealisiert, sagte Kaiser. Pisa, Drogenprobleme, Komasaufen und jetzt Amoklaufen seien die realen Probleme. "Wir sind nicht hilflos ausgeliefert", sagte Kaiser. "Veranstaltungen wie diese beleuchten die Probleme."

"Große Kinder - Junge Erwachsene" war der Untertitel des Hauptreferates in Merzig von Diplom-Psychologe Stefan Eisenbeis von der Psychiatrie der SHG-Klinik Kleinblittersdorf. Kontrolle über die Gefühle, Umgang mit Stress erlernen, selbstverletzendes Verhalten reduzieren - das seien die Behandlungsziele in der heutigen Jugend-Psychiatrie über Landesgrenzen hinweg. Den Fortbildungskongress gibt es seit 30 Jahren. fs

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