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Mehr Babys im Saarland

Bonn. „Mit Geld wird man keinen Kindersegen erreichen.“ Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hat gestern für 2013 eine Inventur der Familienpolitik in Aussicht gestellt – und damit in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ indirekt auch am Elterngeld gerüttelt. Für höhere Geburtenraten spielten ganz andere Dinge eine Rolle als Geld, sagte der CDU-Politiker auf die Frage, warum Deutschland trotz Milliardeninvestitionen das kinderärmste Land Europas bleibe.

Die Zahlen, die das Statistische Bundesamt am selben Tag in Wiesbaden veröffentlichte, zeigen aber durchaus einen positiven Trend: Die durchschnittliche Kinderzahl je Frau ist in Deutschland wieder gestiegen. Die Geburtenziffer betrug im vergangenen Jahr 1,39 Kinder je Frau. Einen höheren Wert hatte es mit 1,45 zuletzt 1990 gegeben. 2009 lag der Wert bei 1,36, im Jahr 2008 bei 1,38.

Auffallend für die Statistiker: Mehr Frauen bekamen zweite und dritte Kinder. Die Zunahme war hier stärker als bei den Geburten erster Kinder. Auch die absoluten Geburtenzahlen sind angestiegen, wie das Bundesamt vor wenigen Wochen mitteilte: Danach sind in der Bundesrepublik 2010 rund 678 000 Kinder zur Welt gekommen, 13 000 oder 1,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor – eine Entwicklung, die vom Bundesfamilienministerium „vorsichtig optimistisch“ gewertet wird. Obwohl es immer weniger Frauen im gebärfähigen Alter gebe – ihre Zahl sank von 18,7 auf 18,4 Millionen –, steige die Zahl der Geburten, hieß es in Berlin. Allerdings hatte es 2009 einen historischen Tiefstand gegeben.

Fest steht, dass Deutschland in Europa das kinderärmste Land bleibt. Nur noch 16,5 Prozent der über 81 Millionen Bundesbürger sind jünger als 18 Jahre. In Frankreich liegt der Anteil bei mehr als 22 Prozent. Bereits seit den frühen 80er Jahren ist man dort bemüht, mit gezielter Familienpolitik die Geburtenrate zu steigern. Die meisten Kinder und Jugendlichen Europas leben in der Türkei. Fast jeder dritte (31,2 Prozent) der über 72 Millionen Türken ist jünger als 18 Jahre. Wichtiger für die deutsche Politik und die Zukunftsplanung dürften allerdings regionale Vergleiche innerhalb der Bundesrepublik sein: Laut Statistischem Bundesamt gibt es nämlich erhebliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland, aber auch zwischen Regionen in Ost und West.Zugleich verwies das Bundesinstitut für Bevölkerungsentwicklung im Juni darauf, dass in einigen Regionen Deutschlands die Zahl der neugeborenen Kinder seit der Wiedervereinigung regelrecht eingebrochen ist. Besonders betroffen sind demnach die neuen Bundesländer: In 22 ostdeutschen Städten oder Landkreisen habe sich die Geburtenzahl gegenüber dem Jahr 1990 halbiert.

In der thüringischen Stadt Suhl beträgt der Rückgang sogar 72,4 Prozent. Auch in einigen Gebieten Westdeutschlands wurden 40 Prozent weniger Babys geboren als im Jahr der Wiedervereinigung. Für die starken regionalen Unterschiede machen die Wissenschaftler vor allem Wanderungsbewegungen verantwortlich: „Die Abwanderung junger Menschen, und hier insbesondere von jungen Frauen, hat den Mangel an potenziellen Eltern in vielen Regionen noch verstärkt“, erklärte Stephan Kühntopf vom Bundesinstitut. Lediglich neun Städte oder Landkreise konnten laut den Angaben 2009 gegenüber 1990 ein Geburtenplus vorweisen. Es handelt sich mit Ausnahme Dresdens um Verdichtungsräume im Westen mit einem breiten Ausbildungs- und Arbeitsplatzangebot. An der Spitze lagen die Städte Frankfurt mit 16,3 mehr Geburten, München (13,2 Prozent) und Regensburg (9,8 Prozent).

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