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Mehr Fernwärme für Saarbrücken

Mit der Erzeugung eigener Energie will der Saarbrücker Versorgungs- und Verkehrskonzern VVS wieder aus einer verlustreichen Schieflage kommen. Dazu setzt das Unternehmen auf die Fernwärme.

Saarbrücken. Beim Saarbrücker Versorgungs- und Verkehrskonzern VVS kommt auf eine der vielen Baustellen bald wieder Bewegung. Heute übergibt der saarländische Wirtschaftsminister Joachim Rippel (CDU) an die Konzerntochter Stadtbahn Saar GmbH einen Förderbescheid über 10,8 Millionen Euro. Das Geld ist für den Weiterbau der Saarbahn Richtung Heusweiler und dann weiter nach Lebach bestimmt. Im Winter liefen die Planungen, so dass im Frühjahr die Bauarbeiten aufgenommen werden können.

Bei anderen Baustellen im VVS-Konzern wird es nicht so glatt gehen, und Geld von außen wird es auch nicht geben. Denn die Unternehmensgruppe befindet sich seit einigen Jahren in einer Schieflage, wie die beiden Vorstände Dieter Attig (Vorsitzender) und Peter Edlinger (Fotos: SZ) gegenüber unserer Zeitung erläutern. "Der Verkehrsbereich mit Saarbahn und Bussen fährt ein Minus von 17 Millionen Euro ein, mit unseren Strom- und Gasnetzen verdienen wir rund zehn Millionen Euro", rechnen sie vor. Diese Lücke von sieben Millionen Euro müsse geschlossen werden. Beim Verkehr will man das Minus in einem ersten Schritt von 17 auf 15 Millionen Euro drücken. Die verbleibende Lücke von fünf Millionen Euro soll "mit Fernwärme und eigener Energie-Erzeugung verdient werden", sagen die Vorstände.

Im Wärmebereich will man "neue Nahwärme-Inseln mithilfe der Kraft-Wärme-Kopplung erschließen", aber auch öffentliche Gebäude und Krankenhäuser stärker mit Nahwärme versorgen. Bei der Eigenerzeugung setzen die VVS-Chefs darauf, dass sie wieder die Hoheit über das Kraftwerk an der Römerbrücke zurückbekommen.  Es verfügt über eine thermische Leistung für die Fernwärme von 230 Megawatt (MW) und über eine elektrische Leistung von 118 MW. Das Kraftwerk hatt die VVS im Jahr 2001 an die heutige GDF Suez Energie Deutschland verkauft. Hier will die VVS mit der Brechstange rein. "Wenn GDF Suez uns nicht am Kraftwerk Römerbrücke beteiligt, werden wir einen Konfrontationskurs fahren", droht Vorstandschef Attig. Am liebsten will die VVS ihr früheres Kraftwerk wieder allein übernehmen.

Große Hoffnungen hegt die VVS wegen der 20-Prozent-Beteiligung, die die regionalen Versorgungsunternehmen VSE und Saar Ferngas künftig an den Stadtwerken Saarbrücken halten werden. Bei einer Zusammenarbeit könne man Synergie-Effekte von etwa vier Millionen Euro pro Jahr erreichen. So sei eine gemeinsame Stromwarte oder ein Entstördienst geplant, der sowohl das Stromnetz der VSE sowie der Stadtwerke überwacht. "Im Stromnetz ist sogar eine saarlandweite Lösung denkbar", sagen Attig und Edlinger. Rund 170 Millionen Euro soll das Geschäft gebracht haben, das vom Kartellamt noch abgesegnet werden muss. Unter anderem wird mit diesem Geld auch das Eigenkapital gestärkt.



Meinung

Eine steinige Wegstrecke

Von SZ-Redakteur Lothar Warscheid

Der Saarbrücker VVS-Konzern hat noch einige Hausaufgaben vor sich, bis das Unternehmen wieder ruhigere Fahrwasser erreicht. Der Bau der Saarbahn, die 2013 (endlich) Lebach erreichen soll, ist dabei noch eines der geringeren Probleme.  Es muss gelingen, das Loch, dass der defizitäre Nahverkehr reißt, mit Einnahmen aus dem Energiebereich auszugleichen. Mit der Vermietung von Netzen an Vertriebsgesellschaften wie Energie Saar-Lor-Lux (ESLL) ist das nicht getan, zumal die Bundesnetzagentur genau darauf achtet, dass der Mietzins nicht zu üppig ausfällt. Die Strategie, wieder in die Energie-Erzeugung einzusteigen, scheint der einzig richtige Weg zu sein. Doch er ist teuer. Kraft-Wärme-Kopplung und Nähwärme-Inseln lohnen sich nur, wenn man genügend Abnehmer hat. Das wird mühsam - und hat die VVS das Geld und die Zeit dafür?

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