Saarland / Luxemburg: Landesgrenze BAB 8 (D) / A 13 (Lux.), Tunnel Markusbierg in Luxemburg ist wegen Feuerübung bis zum Ende des 21.10.17 gesperrt, Verkehr wird an der AS Schengen abgeleitet. (20.10.2017, 23:07)

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Mehr Qualität? Saar-Krankenhäuser sollen sich zusammentun

Völklingen. Der saarländische Gesundheitsminister Georg Weisweiler (FDP) fordert die Krankenhausträger im Saarland auf, sich verstärkt auf Kooperationen untereinander einzustellen. Dabei schwebt ihm vor, dass kleinere Kliniken sich mit Krankenhäusern der Maximalversorgung zusammentun. Dies könne auch zu Beteiligungen führen.

Stärkerer Partner im Rücken

Was dies im einzelnen bedeuten kann, erläuterte der Minister gestern auf der Mitgliederversammlung der Saarländischen Krankenhausgesellschaft (SKG) in Völklingen. Durch Partnerschaften werde zum Beispiel eine bessere Versorgung der Patienten vor Ort erreicht, da kleinere Kliniken nicht geschlossen werden müssten, wenn sie einen stärkeren Partner im Rücken haben. Die größeren Krankenhäuser könnten sich andererseits auf bestimmte Operations- und Behandlungsformen spezialisieren, was Qualität und Leistung erhöhen würde. Denn die kleineren Kliniken würden als „Zulieferer“ die Fallzahlen für die Spezialisten erhöhen. Im Gegenzug könnten die Maximalversorger Patienten mit weniger komplizierten Krankheitsbildern an die Kooperationspartner abgeben, was zur Entflechtung der Kapazitäten führen könne. Außerdem würden intensive Formen der Zusammenarbeit die Wirtschaftlichkeit erhöhen, da man beim Einkauf wie „ein kleiner Konzern“ auftreten könne und dadurch bessere Einkaufskonditionen erreiche.


Einzelgespräche sollen im Oktober beginnen

Der Minister stieß diesmal auf eine besonders hohe Aufmerksamkeit, weil das Ministerium am neuen Krankenhaus-Bedarfsplan für die Jahre 2011 bis 2016 arbeitet. Im Oktober sollen die Einzelgespräche mit den Trägern der 24 saarländischen Krankenhäuser beginnen. Weisweiler macht allerdings auch deutlich, dass im Saarland verglichen mit dem Bundesdurchschnitt nach wie vor zu viele Krankenhaus-Betten vorgehalten werden. Von den 6500 Betten sollen seiner Vorstellung nach 150 bis 450 bis zum Jahr 2015 abgebaut werden. Allerdings könnten in bestimmten Bereichen – zum Beispiel bei den Intensivbetten – welche hinzu kommen (plus neun bis 13 Prozent). Wegen der sinkenden Geburtenzahlen könne beispielsweise im Bereich der Kinderheilkunde und der Gynäkologie verstärkt Betten abgebaut werden.

SKG: Rechnung nicht nachvollziehbar

Die SKG vollzieht die Rechnung des Ministers nicht nach. Bei gleicher Verweildauer würden in den saarländischen Kliniken 15 Prozent mehr stationäre Fälle bearbeitet als anderswo, rechnete Hans-Joachim Backes vor, der gestern zum neuen SKG-Vorsitzenden gewählt wurde. Er löste nach zwei Jahren Susann Breßlein ab, die künftig seine Stellvertreterin ist. Durch die höhere Fallzahl müssten eigentlich mehr Betten her, so Backes weiter. Außerdem seien die Menschen im Saarland im Durchschnitt älter, wodurch sie öfter stationär behandelt werden müssten. Darüber hinaus liege die Rate der bösartigen Tumor-Erkrankungen im Saarland um 20 Prozent höher als im Bundesvergleich. Auch dadurch würden die Kliniken über Gebühr beansprucht.

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