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Mehr Schüler wollen in neun Jahren zum Abi

Saarbrücken. Der Trend zum achtjährigen Gymnasium (G 8) im Saarland scheint gebrochen. Denn erstmals seit Jahren ging der Anteil der Viertklässler, die für die Erweiterte Realschule (ERS) angemeldet wurden, deutlich nach oben. Das erklärte das Bildungsministerium gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer führt die Entwicklung auf die gestiegene Attraktivität der Realschule als Weg zum Abitur in 13 Schuljahren zurück. Die Landesregierung hat flächendeckend ein so genanntes Schulverbundsystem im Land errichtet, in dem Erweiterte Realschulen, Gesamtschulen, Gymnasien und Oberstufengymnasien kooperieren. Zudem werden an den Realschulen so genannte Abiturkurse angeboten.

3004 der 8770 Viertklässler im Land haben sich nach den vorläufigen Anmeldezahlen für die ERS entschieden, das ist ein Plus von 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als sich hier 2802 Kinder anmeldeten. Der Anteil der ERS-Bewerber stieg damit von 31,9 auf 34,3 Prozent.

Das Gymnasium ist mit 38,2 Prozent der Anmeldungen zwar weiterhin die beliebteste Schulform, es verzeichnet jedoch mit 3348 Interessenten einen Rückgang der Anmeldezahlen um 5,7 Prozent. 1860 Kinder sind derzeit für das kommende Schuljahr bei einer der 16 Gesamtschulen im Land angemeldet, 6,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Anteil der Gesamtschüler liegt bei 21,2 Prozent. Über 500 Schüler verteilen sich auf private Schulen oder sind noch nicht festgelegt.

Die Kultusministerin bewertet die Akzeptanz von Gymnasium und Gesamtsschule als weitgehend konstant: "Die Anmeldezahlen in den drei Schulformen zeigen, dass das mehrgliedrige Schulsystem bei den saarländischen Eltern große Akzeptanz findet." Ihr Schluss: "Das ist eine klare Absage an die Einheitsschule."

 

Die erste Reaktion vom Verband der Realschullehrer auf die Zahlen fiel positiv aus. Vorsitzende Inge Röckelein sagte: "Es zahlt sich aus, was wir in der Vergangenheit auf den Weg gebracht haben.
Patrick Griesser


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