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Mehr Unterhalt - dank Saarbrücker Anwalt

Saarbrücken. Christian Maurer kann ganz schön verschmitzt lächeln. Er wirkt dann wie einer, dem ein kluger Streich gelungen ist. Christian Maurer hat zurzeit sehr viel Grund so zu lächeln. Der Saarbrücker Rechtsanwalt hat das höchste deutsche Zivilgericht, den Bundesgerichtshof, vor dem höchsten deutschen Gericht überhaupt, dem Bundesverfassungsgericht, besiegt.

Wobei es dabei um mehr ging, als jemanden einen Streich zu spielen. Was Maurer, 37 Jahre alt, gelungen ist, wird dafür sorgen, dass in ganz Deutschland viele Prozesse, in denen geregelt wurde, was ein Mann seiner geschiedenen Frau (in wenigen Fällen eine Frau ihrem geschiedenen Mann) an Unterhalt zahlen muss, neu aufgerollt werden müssen. Denn vielen Geschiedenen steht mehr Geld zu, als ihnen die Gerichte bisher zugesprochen haben.

Bisher wurden Ansprüche der neuen Partnerin berücksichtigt

2008 hatte der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden, dass es bei der Festsetzung des Unterhaltes für die Ex-Partnerin eine Rolle spielt, ob der Unterhaltszahler wieder geheiratet hat. In dem Fall müssen die Ansprüche der neuen Partnerin berücksichtigt werden, sagte der BGH. Die Einkommen aller drei Beteiligten kamen rechnerisch in einen Topf, dann wurde durch drei geteilt.

Dieses Vorgehen hat das Verfassungsgericht nun für rechtswidrig erklärt. Die Lebensverhältnisse zum Zeitpunkt der Scheidung seien maßgeblich, sagt das allerhöchste Gericht. Dem oder der Unterhaltsberechtigten solle „der erreichte Lebensstandard gesichert und insbesondere sein sozialer Abstieg vermieden werden“.

Maurer hatte die perfekte Mandantin

Dass dieses Urteil von der Saarbrücker Kanzlei Rapräger, Hoffmann & Partner, der Maurer seit 1999 angehört, erstritten wurde, liegt daran, dass Maurer die perfekte Mandantin hatte. Die Frau war 24 Jahre lang mit ihrem Mann verheiratet. Nach der Scheidung bekam sie zunächst 618 Euro Unterhalt pro Monat. Als der Mann wieder heiratete, waren es nur noch 488 Euro.

Das Oberlandesgericht in Saarbrücken fand das in Ordnung so. Maurer wies die Richter darauf hin, dass er das für verfassungswidrig hält. Das Gericht blieb bei seiner Meinung und verwies auf die Rechtsprechung des BGH. „Damit hat uns das Gericht die Tür geöffnet, eine Verfassungsbeschwerde einzulegen“, sagt Maurer.

„Viel mehr geht nicht für einen Anwalt“

Dass das Bundesverfassungsgericht eine Beschwerde überhaupt zur Verhandlung annimmt, ist für einen Anwalt schon ein Erfolg. Dann auch noch zu gewinnen – „viel mehr geht nicht für einen Anwalt“, sagt Maurer.

Wobei er seinen Beruf auch ohne Triumphe an höchster Stelle mag. Familienrecht, also im Wesentlichen Scheidungsverfahren, seien „eine sehr abwechslungsreiche, bodenständige Materie mit viel Kontakt zu Menschen“, erklärt er. Mit Menschen, „die ihr Schicksal an der Anwaltstür abgeben“, wie Maurer sagt. Der Vertrauensvorschuss der Mandanten sei groß. Daher sei es in seinem Fach besonders „wichtig, sich zu engagieren“. Aber genau so wichtig sei es, die Fälle und Schicksale, die dahinterstehen, nicht mit nach Hause zu nehmen. Denn da wartet auf den Familienrechtler die Familie: drei Kinder und eine Frau, mit der er glücklich verheiratet ist – „ohne Ehevertrag“, sagt er und lächelt verschmitzt.

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