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Mehr als 500 Teilnehmer beim Saarbrücker Cross-Lauf

SOFIS City-Cross-Lauf am Sonntag (30.09.2012) durch die Saarbrücker Innenstadt.

SOFIS City-Cross-Lauf am Sonntag (30.09.2012) durch die Saarbrücker Innenstadt.

Saarbrücken. Dabei sein ist alles? Von wegen. Wenn ich schon an einem Sonntagmorgen vor sieben aus dem Bett muss, um mit knapp 500 anderen Frühaufstehern am ersten Saarbrücker Sofis-City-Cross-Lauf teilzunehmen, will ich auch etwas reißen. „Hast du nicht Lust, bei einem 7,5-Kilometer-Cross-Läufchen mitzumachen?“ Mit dieser harmlosen Frage kam SZ-Sportchef Mark Weishaupt vor ein paar Tagen zu mir. „Klar doch“, war meine spontane Reaktion, noch bevor mein Kleinhirn sich und mir die Frage stellte, warum das Ding eigentlich „Cross-Lauf“ heißt. „Ach so: Da muss man ein paar Hindernisse bewältigen. Einen Container, ein Haus, so Sachen halt. Wird sicher lustig“, ließ mich Weishaupt nach meiner Zusage wissen. Aber wer mit derart wichtigen Infos erst so spät aus dem Quark kommt, wird von mir gleich mal verhaftet: „Also wenn das ja sicher lustig wird, können wir auch zusammen starten. Als Team. Okay?“ „Okay“, lautete seine sportmännische Antwort. Also auf zum City-Cross.

Schon im Startbereich vor dem Staatstheater wird klar, dass wir eher nicht auf dem Treppchen landen. Triathlon-Olympiasieger Jan Frodeno begrüßt uns mit Handschlag – will vermutlich seine Gegner checken. Er wünscht uns viel Glück und stellt sich in die erste Reihe, wo auch Berglauf-Ass Martin Schedler auf den Startschuss wartet. Weishaupt und ich schauen uns kurz an und sind uns einig: „Ankommen, und nicht Letzter werden“, lautet fortan die Zielsetzung.




Höhenangst und Saftpresse

Los geht's. Aber schon nach ein paar Metern bremst ein Stapel Autoreifen das Feld – und einige machen die Erfahrung, dass Übermotivation zu blutigen Knien führen kann. Aber alles in allem steht der Spaß im Vordergrund, und fair geht es auch zu. Das „Team Bämm!“ – unter dem Namen haben wir uns, warum auch immer, angemeldet – kommt unverletzt über die Reifen und nimmt Fahrt in Richtung Saar auf. Während wir gerade den Staden hinter uns lassen, tauchen auf der anderen Saarseite bereits Frodeno und Co auf. Weishaupt kommentiert dieses läuferische Ungleichgewicht knapp und präzise mit den Worten: „Das Feld sortiert sich.“ So kann man es auch sagen.

Bei Kilometer drei stellen wir fest, dass wir kaum noch überholt werden, stattdessen aber andere hinter uns lassen. Das motiviert. Zumindest so lange, bis zwei Jungs in Affenkostümen an uns vorbeirennen und mit einer riesigen Gummibanane winken. Wir lassen uns nicht entmutigen und werden mit Action belohnt, denn bevor es die gefühlten 1000 Stufen hinauf zum Saarbrücker Schloss geht, müssen wir über einen Schiffscontainer kraxeln. Klar, dass die „Affen“ hier im Vorteil sind, aber auch das „Team Bämm!“ meistert diese Kletterübung. Am Schloss gilt es dann, im Black-Beauty-Stil über eine dicht bewachsene, hohe Hecke – okay, es waren ein paar Sträucher auf Kniehöhe – zu springen, und dabei nicht die Orientierung zu verlieren.

„Ruft eure Kleidergröße, ihr bekommt ein T-Shirt“ hallt es später es aus einem Laden in der Bahnhofstraße, den wir durchqueren müssen. Vor lauter Aufregung folgen alle möglichen Ansagen wie „halbgroß“, „XL“, „blau“, „Pullunder“ und „Einszweiundachtzig“. Dennoch erhält jeder ein Shirt. Im neuen Dress wartet dann ein etwa drei Meter hohes Spitzdach auf die Teilnehmer. Der Begriff Höhenangst macht die Runde. Doch die größte Gefahr besteht eher darin, dass die Finger beim Überklettern schmerzhafte Erfahrung mit den Turnschuhen des Vordermanns machen. „Team Bämm!“ demonstriert eine Glanzleistung in Sachen Bergziegen-Taktik und macht sich auf zur letzten großen Hürde: die Serpentine im Karstadt-Parkhaus.

Was vielen Autofahrern den Angstschweiß auf die Stirn treibt, erweist sich beim Hochlaufen als echte Saftpresse. Weishaupt gerät an seine Grenzen, ich habe meine längst überschritten. Oben angekommen heißt es nur noch rollen lassen. Den Rest erledigt die Schwerkraft. Die Körpermasse gewinnt an Tempo, und nachdem wir auf dem St. Johanner Markt die Schaumkanone unfallfrei passiert haben, liegt das Ziel vor uns. Es folgt ein Meilenstein in Sachen Teamgeist – ganz im Sinne von Berti „Der Star ist die Mannschaft“ Vogts. Schulter an Schulter passieren wir die Ziellinie nach 47,12 Minuten. Eine Sekunde am „Kölnisch Wasser“ vorbei. Stolz über Platz 36 von 43 gestarteten Herren-Teams feiern wir uns selbst, als wären wir gerade Fußball-Weltmeister und Lotto-Millionäre geworden. Unser Ziel haben wir erreicht, und dabei sein ist eben doch alles.
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