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Mehr als 57 000 Saarländer erhalten Hartz IV: Aufschwung geht an Langzeitarbeitslosen vorbei

Kinder aus Hartz IV-Familien können oft nicht mit in Freizeiten fahren.

Kinder aus Hartz IV-Familien können oft nicht mit in Freizeiten fahren.

In Deutschland haben immer mehr Menschen eine Arbeit – doch Langzeitarbeitslose profitieren kaum von dieser Entwicklung. Das ist das Ergebnis einer Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung . Demnach sind Betroffene in Deutschland im EU-weiten Vergleich besonders lange ohne Job. Insgesamt waren im Jahr 2015 laut der Untersuchung 796 000 Menschen hierzulande bereits seit einem Jahr oder länger arbeitslos. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen betrug gut 43 Prozent. Deutschland ist laut der Studie zwar das einzige EU-Land, in dem die Langzeitarbeitslosenquote seit 2008 deutlich gesunken ist – von 3,7 Prozent 2008 auf 1,9 Prozent 2015. Grund sei aber vor allem die seit 2012 steigende Gesamtbeschäftigung – die absolute Zahl der Betroffenen sinke seither kaum noch.

 

Anstieg im Saarland

Langzeitarbeitslose hätten also nur unterdurchschnittlich von der positiven Arbeitsmarktentwicklung profitiert. Hinzu komme, dass viele Langzeitarbeitslose schon mehr als zwei Jahre auf Jobsuche sind – die Quote beziffern die Studienautoren auf zwei Drittel.

 

 

Für die Entwicklung liefern auch Zahlen für das Saarland Hinweise, die die Regionaldirektion für Arbeit gestern veröffentlichte. Demnach stagnierte die Zahl der Arbeitslosen im Saarland im vergangenen Jahr zwar bei rund 39 000. Eine genauere Betrachtung zeigt aber: Bei den kurzfristigen Job-Suchenden, die das Arbeitslosengeld I beziehen, ging sie um 9,5 Prozent zurück. Bei der größeren Gruppe der seit längerer Zeit Arbeitslosen, die Hartz IV empfangen, stieg sie um vier Prozent auf 26 826. Insgesamt bezogen sogar 57 700 Hartz IV, die Mehrzahl aber, weil sie dem Arbeitsmarkt etwa wegen Kindererziehung oder anderer Gründe gar nicht zur Verfügung stehen. Die Gesamtzahl der Hartz-IV-Empfänger steigt im Saarland seit 2012 an, als noch 54 085 Menschen betroffen waren, und nahm auch im letzten Jahr noch mal um 3,1 Prozent zu. Im Bund ging sie zuletzt um 0,5 Prozent zurück.
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