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Mehr junge Leute wollen Imker werden

Die Freude am traditionellen Imkerhandwerk begeistert seit mehreren Jahren bundesweit immer breitere Bevölkerungsschichten. Auch im Saarland liegt die Arbeit mit den Bienen voll im Trend. Der Landesverband Saarländischer Imker verzeichnet seit Jahren einen starken Aufwärtstrend bei der Anzahl der hiesigen Imker. Allein im Geschäftsjahr 2014/15 stieg die Anzahl der saarländischen Imker um rund 180 auf rund 1400 an. „Unsere angebotenen Imkerseminare sind in der letzten Zeit sogar überbucht“, sagt der Vorsitzende des saarländischen Imkerverbands, Frank Nieser, stolz. Besonders unter jungen Menschen herrscht zur Zeit ein reges Interesse an der Bienenzucht .

Der 26-jährige Benjamin Keil beschäftigt sich bereits seit sechs Jahren hingebungsvoll mit den emsigen Honigproduzenten. „Während meiner Zeit als Lehrling habe ich bei elektrotechnischen Arbeiten unter einem Dach ein Bienennest entdeckt. Die Struktur des Nestes und die Umtriebigkeit der Bienen faszinierte mich so sehr, dass ich in der nächsten Zeit alles über Bienen lernen wollte“, berichtet Keil. Die anhaltende Faszination rund um die fleißigen Insekten führte dazu, dass Benjamin Keil seine Leidenschaft zum Nebenberuf machte und jetzt einen kleinen Laden für Imkereibedarf in Oberbexbach führt. Dort bietet er auch selbstproduzierten Honig an.

Benjamin Keil ist sich mit Frank Nieser darin einig, dass die Imkerei im Saarland als Hobby zunehmend an Bedeutung gewinnt. „Es lässt sich ein regelrechter Imkerboom feststellen“, sagt Benjamin Keil. Viele Menschen seien sich der tragenden Rolle der Biene für das ökologische Gleichgewicht bewusst und engagierten sich deshalb leidenschaftlich in einem Imkerverein. Auch in urbanen Räumen gehen die Menschen verstärkt der Bienenhaltung, dem sogenannten „urban beekeeping“ nach. Darunter versteht man die Zucht von Bienen auf Balkonen oder auf Dächern. Diese Begeisterung führt Frank Nieser auch auf ein verstärktes Umweltbewusstsein und das viel diskutierte Bienensterben zurück. Denn nach wie vor stellen eine Vielzahl an unterschiedlichen Krankheiten eine ernstzunehmende Bedrohung für das Überleben der Bienenvölker dar.

Experten gehen davon aus, dass die Varroa-Milbe das Hauptproblem ist. Es werde zwar versucht, Tiere zu züchten, die gegenüber dem Parasiten resistent sind, erklärt Christoph Otten, Leiter des Fachzentrums Bienen und Imkerei in Mayen. Obwohl es schon Fortschritte gebe, sei eine solche Züchtung aber noch nicht gelungen. Dennoch zeigt sich Frank Nieser optimistisch. Denn „nach jetzigem Stand sind die Bienenvölker im Saarland durch die Varroa-Milbe nicht stark kontaminiert“, erläutert Nieser.

Nach den schlechten Jahren 2012 bis 2014, bei denen die Bienen durchschnittlich lediglich 18 bis 19 Kilogramm einflogen, konnten die heimischen Imker bei der diesjährigen Honigernte einen Schnitt von 22 bis 23 Kilogramm Honig pro Bienenvolk verbuchen.

Besonders beliebt bei den Saarländern ist Erhebungen von Imkern zufolge übrigens die Honigsorte Akazien/Rubinenhonig, der aus dem Nektar der Robinie (auch bekannt als Scheinakazie) hergestellt wird, sowie der Frühtrachthonig, der aus dem Nektar der Frühjahrsblüten gewonnen wird.
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