A8 Luxemburg - Saarlouis AS Perl in beiden Richtungen Anschlussstelle gesperrt, Baustelle bis 20.11.2017 06:00 Uhr (09.10.2017, 05:53)

A8

Priorität: Sehr dringend

5°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
5°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Meist gesuchter Terrorist tot? Eric B. angeblich gestorben

Der aus Neunkirchen stammende Islamist Eric Breininger soll in Pakistan getötet worden sein. Sicherheitskreise halten es für „sehr wahrscheinlich“, dass die von einer Terrorgruppe verbreitete Todesnachricht zutrifft.

Saarbrücken. Selbst die Todesnachricht in eigener Sache wurde propagandistisch ausgeschlachtet. Die Terrorgruppe Taifatul Mansura „gratuliert den am 30. April gefallenen Brüdern aus Deutschland zu ihrem Märtyrertod“, hieß es in einer Erklärung, die in der Nacht zum Montag auf islamistischen Internetseiten verbreitet wurde. „Abdul Ghafar der Deutsche“, wie der Saarländer Eric Breininger im Nachruf der Terrorgruppe heißt, sei zusammen mit einem Kampfgefährten bei Gefechten mit pakistanischen Soldaten in der Provinz Waziristan gestorben. Über den Verbleib des aus Neunkirchen stammenden 22-Jährigen rätselten die Ermittler seit Jahren.

Nach Medienberichten soll es sich bei dem zweiten Opfer um einen Deutsch-Türken aus Niedersachsen handeln, der eine Website militanter Islamisten geleitet hatte. Auch jener Ahmet M. ist im Saarland kein Unbekannter: Nach Informationen unserer Zeitung saß er vor Jahren im Saarland in Abschiebehaft – und begegnete dort „Mohammed dem Ägypter“, der als Drahtzieher der blutigen Bombenanschläge auf Nahverkehrszüge in Madrid vom März 2004 gilt. Mohammed soll Ahmet M. radikalisiert haben.

Behörden prüfen noch die Meldung

Die Ermittlungsbehörden von Bund und Land wollten sich zum angeblichen Tod Breiningers gestern nicht äußern und verwiesen auf die laufende Prüfung der Internetverlautbarung. Sicherheitskreise halten es nach Informationen der Saarbrücker Zeitung jedoch für „sehr wahrscheinlich“, dass die Todesnachricht zutrifft.

Eric B. in Propaganda-Videos aufgetaucht

In Tarnjacke und mit einer Kalaschnikow bewaffnet war Breininger in den vergangenen zwei Jahren in mehreren Propaganda-Videos aufgetaucht. Zuletzt hatte er in einem Mitte April veröffentlichten Video mit Anschlägen auf amerikanische und afghanische Soldaten geprahlt. Der Terrorismus-Experte der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik, Guido Steinberg, hält Breininger für „keine zentrale Figur“ in der Hierarchie der Gotteskrieger, er sei als „Propaganda-Instrument“ genutzt worden. Der zweite angeblich Getötete sei wegen seiner Rolle bei der Nachwuchs-Rekrutierung die „eigentlich interessante und gefährliche Figur“.

Haftbefehl gegen Islamisten bleibt erstmal

Breininger war Anfang 2007 zum Islam konvertiert. Er aß plötzlich kein Schweinefleisch mehr, brach den Kontakt zu Freunden ab und beschäftigte sich nur noch mit dem Koran. Zeitweilig lebte er mit dem späteren Sauerland-Terroristen Daniel Schneider in einer WG in Saarbrücken-Herrensohr zusammen – bis er im September 2007 in ein Terror-Camp reiste. Im Herbst 2008 versetzte die Meldung, Breininger könne auf dem Weg zurück nach Deutschland sein, die Sicherheitsbehörden in höchste Alarmbereitschaft. Die Hinweise bestätigten sich jedoch nicht. Die Bundesanwaltschaft geht deshalb weiter davon aus, dass sich Breininger in Afghanistan oder Pakistan aufhält – falls er überhaupt noch am Leben ist. Der Haftbefehl jedenfalls bleibe erst einmal bestehen, hieß es. 
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein