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Menschenhändlerin zu Bewährungsstrafe verurteilt

Saarbrücken. Ein besseres Leben in Europa – das ist der Wunsch vieler Menschen in Afrika. Wie dieser Traum von drei jungen Frauen aus Nigeria platzte, das kam gestern vor einer Großen Strafkammer des Landgerichts in Saarbrücken zur Sprache. Das Gericht verurteilte eine 37-jährige Frau aus Nigeria zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren und einer Zahlung von Schmerzensgeld. Sie hatte gestanden, am gemeinschaftlichen Einschleusen von Ausländern und am Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung beteiligt gewesen zu sein. Sie soll ihre Nichte, die jüngere Schwester ihres Mannes und eine weitere junge Frau aus Nigeria nach Deutschland gelockt haben. Bereits im Jahr 2004 wurde eine der Frauen von einer Schleuserorganisation nach Deutschland gebracht. Die Kosten von 30.000 Euro musste sie in verschiedenen Bordellen abarbeiten. Auch in Saarbrücken war sie mehrere Monate tätig.

Die Nichte der Angeklagten wurde 2008 nach Deutschland geholt. Mit falschem Pass und falschem Visum. Kosten: 40.000 Euro. Es wurde ihr gesagt, dass sie das Geld nur als Prostituierte erwirtschaften könne. Für mögliche polizeiliche Kontrollen wurde ihr der Pass der Angeklagten für eine monatliche Miete von 100 Euro geliehen. Die wöchentlichen Einnahmen holte der Ehemann an ihrem Arbeitsplatz in Köln ab. Später arbeitete sie in Kaiserslautern. Hier betrug die Miete für den Pass schon 250 Euro monatlich. Nach weiteren Stationen wurde sie im Juli 2009 in Saarbrücken festgenommen.
Die dritte Frau sollte ebenfalls 40.000 Euro für die Einschleusung in Bordellen abarbeiten. Bis zu ihrer Festnahme hatte sie insgesamt 10.000 Euro an ihre Ausbeuter abbezahlt.

Mit der Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe würdigte das Gericht gestern das Geständnis der Angeklagten sowie die Tatsache, dass sie bereits sieben Monate in Untersuchungshaft gesessen hatte. Sie hat möglicherweise bei ihrer eigenen Einschleusung ein ähnliches Schicksal wie die anderen Frauen erlitten. jht



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