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Merchweiler als italienische Polizisten verkleidet im Saarland unterwegs

Die »Saar-Carabinieri« (v.l.) Jörg Kläser, Roman Schaller und Lothar Ries in Wemmetsweiler.

Die »Saar-Carabinieri« (v.l.) Jörg Kläser, Roman Schaller und Lothar Ries in Wemmetsweiler.

Staunende Gesichter waren Jörg Kläser und Roman Schaller sicher, als sie am vergangenen Wochenende mit zwei italienischen Polizeiwagen und selbstgestrickter Uniform auf den Paradeplatz in Blieskastel einbogen. Die beiden Alfa Romeo mit Blaulicht fuhren vor die Außenbestuhlung einer Pizzeria und die Passanten dachten wohl, hier werde gleich ein Mafioso verhaftet. Dass hier saarländische Freizeitpolizisten unterwegs sind, verrät jedoch das Neunkircher Kreiskennzeichen an den „Einsatzwagen“. Überall wo die beiden Autos im Saarland bisher auftauchten, gab es jedenfalls viele Interessierte, sagt Kläser der SZ.

Es würden Bilder gemacht und Fragen gestellt. Auch die Saarbrücker Zeitung wollte wissen, was hinter der Aktion steckt und besuchte die „Carabinieri“ in ihrer „Polizeistation“ in Merchweiler-Wemmetsweiler. Ein kleines Haus, mit toskanischen Ziegeln, viel Naturstein und einer Yacht vor der Tür vermittelt auf den ersten Blick mediterranes Flair, der Schriftzug „Carabinieri“ weist das Haus als „Dienststelle“ der italienischen Ordnungsmacht aus. Drinnen eine Baustelle. Hier entsteht ein Themenhotel, sagt Kläser, der das Haus bei einer Zwangsversteigerung halb verfallen kaufte. Kläser ist Hotelier, hat bereits einen Betrieb in Wemmetsweiler. Handelsvertreter seien in der Regel seine Gäste. Nun entsteht ein zweites Hotel, im Stil einer Polizeiwache mit Zelle im Keller.

„Die Autos sind Kulisse und Werbeträger, denn was wäre eine Polizeiwache ohne Polizeiauto?“, sagt Kläser, der sich einen Kindheitstraum erfüllt. Auch der Ex-Polizeibeamte Schaller ist Gastronom, mit einem Café in Niederwürzbach. Er spielt mit, ebenso Kläsers Schwiegervater Lothar Ries. Zu dritt tragen sie Uniformen, die Spielzeugpistolen im Halfter. „Als wir unterwegs waren, kam schon nach zehn Minuten die Polizei wegen unserer Autos“, sagt Schaller. Doch die Blaulichter seien nur Attrappen, die Zulassungsstelle habe das toleriert. „Wir werden die Autos auch nur selten benutzen. Sie haben Saisonkennzeichen und sollen die meiste Zeit vor dem Hotel stehen“, sagt Kläser.

Italien-Reise unmöglich

Das Motorboot bekommt auch noch Carabinieri-Design, ebenso ein Motorroller. Im Hotel selbst wird eine Art „Polizeimuseum“ entstehen. Während es in Deutschland seitens der Behörden zwar Nachfragen, aber keinen Ärger gebe, dürfen die „Saar-Carabinieri“ auf keinen Fall nach Italien fahren: „Wenn wir so über die Grenze kommen, werden wir gleich verhaftet“, sagt Schaller. Wie das italienische Konsulat in Saarbrücken diese Form der Italien- Werbung findet, ist unklar. Das Konsulat war auf SZ-Nachfrage nicht zu erreichen.
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