B423 Stadtgebiet Blieskastel, Zweibrücker Straße bis Saar-Pfalz-Straße Zwischen Blieskastel und Aßweiler Vollsperrung, Baustelle bis 28.10.2017 06:00 Uhr Zwischen Ortsausgang Blieskastel und Ortseingang Biesingen (09.10.2017, 06:27)

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Merkel scheut Saarbrücker Menge

Saarbrücken. Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt zwar zu den Einheitsfeierlichkeiten am 3. Oktober nach Saarbrücken, nur wenige Saarbrücker werden die Kanzlerin allerdings zu Gesicht bekommen. „Aus sicherheitstechnischen Gründen ist kein Rundgang und kein Bad in der Menge vorgesehen“, teilte der Leiter des Amts für Stadtmarketing, Ulf Bächle, gestern auf Anfrage mit.

Merkel werde zum Gottesdienst in die Ludwigskirche kommen und anschließend am Empfang in der Staatskanzlei teilnehmen. Dort werde sie sich auch ins „Goldene Buch“ der Stadt eintragen. Ins Rathaus kommt die Kanzlerin nicht. Dorthin lädt Oberbürgermeisterin Charlotte Britz am Abend zu einem Bürgerempfang ein.

Kunststudenten müssen Pavillon abreißen

Dass „junge Künstler dem Empfang der Bundeskanzlerin weichen“ müssen, wie Professor Georg Winter von der Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBK), gestern sagte, könne keine Rede sein. Auf Geheiß der Stadt musste der Professor mit seinen Studenten den „5. Pavillon“ abreißen. So hatten Winter und sein Team ihre Holzhütte genannt, die sie im Rahmen des Studentenwettbewerbs um das geplante Kunstwerk auf dem Platz vor der Bergwerksdirektion neben der Landesbausparkasse errichtet hatten.

Erst diente der Bau als Forschungslabor für den Wettbewerb, seit ein paar Monaten hat ihn die HBK-Gruppe für kleine Ausstellungen genutzt und wollte damit fortfahren. Nur weil er angeblich ein Sicherheitsrisiko beim Einheitsfeiertag sei, solle der Pavillon nun verschwinden, klagte Winter, der auch Vorsitzender der städtischen Kunstkommission ist, und hält das für ein falsches Signal, „da Saarbrücken es doch bitter nötig hat, dass junge Kunst im Stadtbild erscheint“.

Der städtische Bürgerreferent Robert Mertes von der Stadtpressestelle gab eine ganz andere Begründung für den Abriss: „Es war von vornherein als temporäres, also zeitlich begrenztes Projekt vorgesehen und so auch mit der HBK abgesprochen.“ Der Bau sei bis zum 25. September genehmigt gewesen, um der HBK entgegenzukommen, habe man die Frist sogar noch etwas verlängert.

Mauerfall-Ausstellung in der Johanniskirche

Während der „5. Pavillon“ abgebaut wurde, läuft die Arbeit an zwei Ausstellungen der Stadt auf Hochtouren. Am 3. Oktober wird in der Johanneskirche die Ausstellung „20 Jahre Mauerfall – 20 deutsche Maler eröffnet“. Sie kostet gut 40.000 Euro, die allerdings von Sponsoren übernommen wurden, wie Bächle sagt. Bereits am 1. Oktober wird eine Ausstellung mit Werken des amerikanischen Architekturfotografen Julius Shulman eröffnet. Die Kosten von rund 10.000 Euro teilen sich die Stadt und die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft.

In die Repräsentation Saarbrückens in einem Zelt auf der Einheitsfeier investiert die Stadtverwaltung rund 50.000.Euro. Und natürlich seien die Mitarbeiter der Stadtreinigung und des Grünamts im Dauereinsatz, damit sich die Stadt „sauber präsentiert“, sagt Bächle.
Martin Rolshausen und Silvia Buss (SZ)


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