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Merziger Ex-Kulturchefin muss nicht ins Gefängnis

Die Ex-Kulturmanagerin der Stadt Merzig wurde wegen Untreue zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

Die Ex-Kulturmanagerin der Stadt Merzig wurde wegen Untreue zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

 Merzig/Saarlouis. Die Ex-Kulturmanagerin der Stadt Merzig, Martina Malburg, muss nicht ins Gefängnis. Mit diesem Ergebnis endete gestern der Strafprozess gegen die 44 Jahre alte, promovierte Kunsthistorikerin. Sie war bis zum Sommer 2008 unter anderem für die Organisation von Kulturereignissen wie Konzerten oder Ausstellungen zuständig gewesen. Dabei hat sie, nach Feststellung des Gerichts, zwischen 2005 und 2008 in 30 Fällen ihre finanziellen Kompetenzen weit überschritten. Sie habe mit Rechnungen und Sponsorenzusagen manipuliert und so am Ende ein Loch von fast einer halben Million Euro im Kulturetat hinterlassen. Hierbei habe sie sich selbst nicht bereichert. Alles, zum Teil auch privates Geld von ihr, sei in Kultur investiert worden.

 

Gutes Kulturprogramm mit begrenzten Mitteln

Die Angeklagte hatte dazu gesagt: Von ihr sei erwartet worden, mit begrenzten Mitteln ein besonders gutes Kulturprogramm auf die Beine zu stellen. Wie sie das gemacht habe, das habe nach ihrer Aussage keinen interessiert. So habe sie sich in eine Sackgasse manövriert. Die Verteidigerin hatte vor diesem Hintergrund Freispruch für die Angeklagte gefordert.

Im Ergebnis folgten die Richter aber weitgehend dem Staatsanwalt, der zweieinhalb Jahre Haft beantragt hatte. Dazu der Vorsitzende Richter: Wenn jemand in einer Verwaltung weitgehend selbstbestimmt einen Bereich betreue, dann sei er auch verpflichtet, auf das Geld zu achten. Die Richter weiter: Die Angeklagte, die in den Schränken ihres Büros, bei sich zu Hause und in ihrem Auto Berge von Belegen, ungeöffneten Briefen und Unterlagen gebunkert hatte, sei für ihr Tun infolge von Depressionen aber nur eingeschränkt verantwortlich gewesen.

Aufrechterhaltung des äußeren Scheines

Dennoch stehe fest: Die Kulturmanagerin habe Belege manipuliert, und so die Kosten von Veranstaltungen auf dem Papier gedrückt. So schien auf den ersten Blick alles in Ordnung zu sein. Tatsächlich sei der größte Teil der Kraft der Angeklagten aber für die Aufrechterhaltung dieses äußeren Scheines bei ihrer Arbeit verbraucht worden. Das hätten, so die Richter, die direkten Vorgesetzten Malburgs vielleicht auch schon früher als 2008 bemerken können. Und: Wenn die Vorgesetzten früher hingesehen und die Schränke geöffnet hätten, dann wäre manches vielleicht nicht passiert.

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