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Merziger Gollenstein-Verlag gibt auf



Merzig. Es hat dann doch nicht mehr gereicht. Von Gesprächen über eine neue Gesellschafterstruktur, von einem „guten Weg“ war zuletzt noch die Rede, auch wenn wohl niemand mehr fest an eine Rettung geglaubt hatte. Der Merziger Gollenstein Verlag stellt zum Ende dieses Jahres seinen Betrieb ein. Das hat die Geschäftsleitung mehreren Autoren schriftlich mitgeteilt, die lange im Ungewissen über das Erscheinen ihrer Bücher geblieben waren. Ob noch eines der angekündigten Bücher des Herbstprogramms erscheint, ist mehr als fraglich; unklar ist auch, wie lange man noch erschienene Bücher beim Verlag bestellen kann (laut Internet-Seite noch möglich).

Gestern war Gollenstein nur zu einer knappen schriftlichen Stellungnahme bereit. Der Verlag werde „in der bisherigen Form im Saarland nicht mehr weitergeführt“ und stelle zum 31. Dezember den Geschäftsbetrieb ein. „Derzeit finden Gespräche mit Unternehmen aus anderen Bundesländern hinsichtlich einer Fortführung in veränderter Form statt.“ Das klingt einigermaßen diffus und wenig optimistisch – zumal der Verlag in seiner Mail an die Autoren der angekündigten Bücher anbietet, ihnen, wenn gewünscht, beim Suchen eines anderen Verlags zu helfen. Das traurige Ende des renommierten Verlags, der 1993 gegründet wurde, kommt nicht überraschend, war sein Schicksal doch mit der zuletzt insolventen Merziger Druckerei (MDV) verknüpft, auch wenn die Geschäftsführung des Verlags stets dessen Unabhängigkeit betont hat.

Gollenstein zog 2007 von Blieskastel nach Merzig zur MDV; gemunkelt wurde damals von Außenständen des Verlags von rund 100 000 Euro, die sich im Laufe der Jahre vervierfacht haben sollen. Vor der Insolvenz gerettet haben soll den Verlag eine Art „Quersubventionierung“ zwischen der MDV und Gollenstein: Rechnungen der Druckerei an den Verlag, so hört man, wurden nicht bezahlt, um den Verlag nicht weiter zu verschulden. So haben sich über die Jahre die Forderungen der MDV an Gollenstein (beide Unternehmen haben denselben Geschäftsführer) zu 400 000 Euro addiert. Als die MDV im Mai 2012 Insolvenz anmeldete (mittlerweile ist sie geschlossen), wurde die Verschuldung Gollensteins bei der Insolvenzregelung offensichtlich – und wohl abschreckend für mögliche Interessenten. Anscheinend sucht man nach denen nun außerhalb des Saarlandes.

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