L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Priorität: Dringend

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Merziger Nordumfahrung: Grüne sind noch immer dagegen

Der Generalsekretär der Saar-Grünen, Markus Tressel, fordert die Regierung auf, die angekündigten Kürzungen im Bildungsbereich nicht umzusetzen. Die Streichung von 1000 Stellen im Schul- und Hochschulbereich werde den Standort für Familien und auch für die Wirtschaft deutlich abwerten. Stattdessen solle die Landesregierung auf „unnötige Straßenbau- Projekte wie die Nordumfahrung Merzig, die das Land zu 100 Prozent finanzieren müsse, verzichten“, fordert Tressel in einer Presse-Erklärung.

Die jüngste Ankündigung der Bundesregierung, künftig mehr Geld in die Unterhaltung und weniger in den Neubau von Straßen zu investieren, stelle automatisch auch Projekte des Bundes im Saarland erneut auf den Prüfstand. Tressel, der für die Grünen auch im Bundestag sitzt, fährt fort: „Angesichts des demografischen Wandels ist der Neubau von Straßen nur schwer vertretbar.“

Die Bildung hingegen sei ein wichtiger Baustein bei der Bewältigung der Folgen der negativen Bevölkerungsentwicklung. Tressel wirft der Großen Koalition in Saarbrücken eine falsche Prioritätensetzung in diesem Zusammenhang vor: „Wer 600 Lehrerstellen und 400 Stellen an der Universität sparen, gleichzeitig aber mindestens 20 Millionen oder mehr in ein unnötiges Straßenbauprojekt in Merzig stecken will, der sieht die wahren Probleme des Landes nicht. Die Kinder brauchen keine neuen Straßen, sie brauchen gute gerechte Bildungsund Ausbildungschancen.“

Problem Trassenführung

Die Landesregierung versucht derweil, eine Lösung für das im Frühjahr offenkundig gewordene Problem der Trassenführung für eine mögliche Nordumfahrung zu finden. Dies geht aus einer Antwort der Regierung auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Michael Neyses (Piraten) hervor, die unserer Redaktion vorliegt. Das Problem: Die einzige denkbare Trasse einer Nordumfahrung, der bei einer Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) unter naturschutzrechtlicher Sicht Realisierungschancen eingeräumt werden, die so genannte Variante V 5, würde das Standort-Übungsgelände der Bundeswehrkaserne auf der Ell durchschneiden.

Darum ist diese Streckenführung für die Streitkräfte nicht akzeptabel, sofern nicht geeignete Ersatzflächen bereitgestellt würden. Dies hat Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière in einem Schreiben an den saarländischen Verkehrsminister Heiko Maas nochmals klargestellt. In der Antwort der Landesregierung an den Piraten-Abgeordneten Neyses heißt es: „Die Landesregierung prüft die Bereitstellung von zusammenhängenden Ersatzflächen. In diesem Zusammenhang könnte auch eine Modifizierung der Variante V 5 in Frage kommen.“

Die Streckenführung könnte demnach nach Osten verschoben werden, „so dass das Bundeswehrgelände nicht oder nur geringfügig berührt würde“. Sollte es nicht möglich sein, eine Einigung mit der Bundeswehr über die Modifizierung der Trassenführung der Variante V5 zu führen, sieht die Landesregierung wenig Möglichkeiten, alternative Lösungen für eine Nordumgehung von Merzig zu finden. „Die in der Presse aufgeworfene Variante einer Querspange Mettlach würde für die Ortsdurchfahrt von Merzig laut Verkehrsgutachten keine Entlastungswirkung bringen.“ Diese Möglichkeit hatten im Frühjahr die Vorsitzenden der CDU-Stadt- und Gemeindeverbände im Kreis ins Gespräch gebracht. Die Landesregierung stellt gegenüber dem Neyses klar: „Sie stellt keine Alternative zur Nordumfahrung Merzig dar.“

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