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Merziger Nordumfahrung: Ministerpräsidentin dafür

Annegret Kramp-Karrenbauer ist für die Merziger Nordumfahrung.

Annegret Kramp-Karrenbauer ist für die Merziger Nordumfahrung.

Merzig. Ob sie kommt, die Nordumfahrung Merzig, scheint nicht mehr die zentrale Frage zu sein. Vielmehr steht das Wann noch in der Diskussion. Dies zumindest ließ gestern Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer die neugierigen Besucher im Fellenbergschloss vermuten. Zuvor hatte sie aus den Händen von Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich das Gutachten zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der geplanten Baumaßnahme „Nordumfahrung Merzig“ erhalten. „Als Ministerpräsidentin war ich immer der Auffassung, dass die Nordsaarlandstraße in ihrer Gesamtheit – dabei insbesondere die Nordumfahrung der Stadt Merzig – sehr viel mehr ist als die Frage einer lokalen Ortsumgehung“, betonte Kramp-Karrenbauer vor Landtagsabgeordneten aus dem Kreis und Gemeindevertretern der angrenzenden Kommunen. Es gehe um eine bedeutsame wirtschaftliche Weichenstellung, nämlich den nordsaarländische Raum an eine der stärksten Wirtschaftszonen Europas anzubinden. Dabei sei es wichtig, dass ein Schwarz auf Weiß vorliegendes Zahlenwerk belege, welche strukturpolitischen Vorteile von der geplanten Straße ausgingen, meinte die Landeschefin. Es sei nicht nur die weitere Nutzung des lukrativen Arbeitsmarktes Luxemburg, die sich durch eine verbesserte Verkehrsanbindung erschließe. Auch die zahlreichen Unternehmen mit ihrem Warenverkehr sowie die Handwerker der Region hätten Anrecht auf eine zügige Anbindung ohne kostenraubende Staus. „So etwas entscheidet über Standortfragen mit“, unterstrich Kramp-Karrenbauer.

Zum derzeitigen Stand der Dinge meinte die Ministerpräsidentin: „Wir wissen, dass die Umweltverträglichkeitsprüfung kurz vor dem Abschluss ist.“ Derzeit sei man allerdings wieder wegen der Trassenführung mit der Bundeswehr im Gespräch. „Möglicherweise ergibt sich eine Alternative, die umweltverträglicher ist als die bisherige Variante“, sagte Kramp-Karrenbauer. So könnte man durchaus im Blick auf die Ausgleichsmaßnahme eine kostengünstigere Trasse finden. Jetzt hoffe sie auf einen positiven Abschluss, um dann mit dem Projekt weiter voranzukommen. Das nun vorgelegte Gutachten sei aus ihrer Sicht eine hervorragende Argumentation und ein weiterer Schritt zur Realisierung der Nordsaarlandstraße, erklärte Kramp-Karrenbauer. Und weiter: „Die Straße muss kommen, und ich werde alles daran setzen, dass wir dieses Projekt realisieren können.“

Rehlinger: „Straße ist ein Zukunftsprojekt für die Region“
Merzig.
Als „überzeugendes Plädoyer für den Bau der Nordumfahrung Merzig“ wertet die SPD-Kreisvorsitzende Anke Rehlinger die Studie zu dem wichtigen Infrastrukturprojekt im Kreis Merzig-Wadern. Rehlinger: „Heute ist deutlich geworden, dass die Nordumfahrung Merzig als wichtiges Teilstück der Nordsaarlandstraße nicht nur verkehrspolitisch notwendig ist, sondern auch großen wirtschaftliche Nutzen für die gesamte Region bringt.
Insbesondere der Hochwaldraum, der bislang nur wenig von den positiven Effekten des Wirtschaftsraums Luxemburg profitieren konnte, würde endlich angeschlossen werden. Das Gutachten weist quantifizierbare Effekte in einer Größenordnung von 70 bis 80 Millionen Euro pro Jahr aus. Die Nordsaarlandstraße ist damit nicht nur eine lokale Ortsumgehung, die Nordsaarlandstraße ist vielmehr ein Zukunftsprojekt für die gesamte Region, das Wachstum und Arbeitsplätze schafft.“
Die SPD-Politikerin wirbt dafür, jetzt mit aller Kraft die Umsetzung dieses Projektes anzugehen. Rehlinger: „Die Nordsaarlandstraße mit der Nordumfahrung Merzig muss zügig realisiert werden.  red

Kieborz: „Die Lebensqualität wird beachtlich steigen“
Merzig. Die Präsentation der Studie zur wirtschaftlichen Auswirkung der Nordumfahrung Merzig hatte im Fellenbergschloss auch eine Delegation der Bürgerinitiative „Nordsaarlandstraße Jetzt!“ besucht. BI-Sprecher Ulrich Kieborz erklärte gegenüber der SZ: „Mit dem Gutachten sind wir sehr zufrieden, weil es dazu führt, dass der Kosten-Nutzen-Faktor wieder aufgewertet wird.“ Auch wenn der wirtschaftliche Aspekt hier eine große Rolle spiele, so seien es weitere Punkte, die für die BI von Bedeutung seien. „Uns geht es auch um die Entlastung der Merziger Bürger von Abgasen, Feinstaub und Dreck“, sagte Kieborz. Laut eines kürzlich in der SZ veröffentlichten Berichts habe sich der Verkehr Richtung Luxemburg in den letzten Jahren verdoppelt, wusste der BI-Sprecher. „Das sind die vielen Pendler.“ Beim Blick auf die jüngst erschienene Verkehrsmengenkarte müsse man feststellen: „Alleine in Brotdorf hat sich der Verkehr in den vergangenen fünf Jahren um 5000 Fahrzeuge je Tag erhöht.“ Man hoffe jetzt seitens der BI, dass es vorangehe. Kieborz: „Wenn die Straße kommt, geht es den Merziger Bürgern besser, die Lebensqualität wird beachtlich steigen.“ owa


Ein Plädoyer für die Nordumfahrung Merzig

Landrätin Schlegel-Friedrich stellte gestern im Schloss Fellenberg die Studie zu dem Straßenprojekt vor
Viele positive Effekte bringt der Bau der Nordumfahrung Merzig – so lässt sich das Gutachten zur Nordumfahrung Merzig zusammenfassen, das Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich gestern vorstellte.

Merzig.
Jetzt liegt das Gutachten vor, das nach Meinung von Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich „das parteiübergreifende Engagement und den Willen der Bürger untermauern wird“. Das sagte sie bei der Präsentation des einzigen Wirtschaftsgutachtens, das bisher für die Nordumfahrung Merzig angefertigt wurde. Auftraggeber der vom Sächsischen Institut für Regionalökonomie und Energiewirtschaft (SIRE) erstellten Ausarbeitung war der Kreis Merzig-Wadern. Im Fellenbergschloss stellte die Landrätin das Ergebnis dieser Studie vor. Dabei geht es in erster Linie um die zu erwartende Verkehrsentlastung der Kreisstadt von dem „Luxemburg-Effekt“. Fließen derzeit rund 21?000 Fahrzeuge durch Merzig, so werden es künftig etwa 28?000 Autos und Laster je Tag sein, prognostizieren die Gutachter. Im Durchschnitt wäre die Stadt dann mit 3400 Fahrzeugen je Stunde belastet. „Das sind Zahlen, die diese Strecke nicht verträgt“, sagte Schlegel-Friedrich. Die Daten seien verifiziert und stammten nicht nur aus Umfragen, sondern auch aus Primärdaten des Statistischen Bundesamtes.


Breiten Raum nehmen in der Studie die Multiplikator-Effekte ein. Wenn man Staukostenentlastungen, Wachstum aus Investitionen und den damit verbundenen Wohlstandseffekt sowie zusätzliche Einkünfte der Pendler zusammenrechne, ergebe sich durch die Nordsaarlandstraße mitsamt Nordumfahrung ein quantifizierbarer Effekt in Höhe von knapp 80 Millionen Euro pro Jahr, betonte Schlegel-Friedrich. Hinzu komme ein Einmaleffekt durch die Bautätigkeit von bis zu 25 Millionen Euro. Die Realisierung brächte 340 bis 450 Arbeitsplätze mit sich. Als weitere Positivpunkte nennt die Studie: Entlastung der öffentlichen Haushalte, Vermeidung von Unfallkosten, weniger Umweltschäden in entlasteten Gebieten und erhebliche Steigerung der Lebensqualität im angrenzenden Raum. „Das sollte die Baukosten in Höhe von 16,2 Millionen Euro wert sein“, befand die Landrätin. owa
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