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Merziger Trinkwasser verseucht

Merzig. Seit Freitagmorgen muss in Merzig das Trinkwasser abgekocht werden. Etwa 14000 Haushalte in der Stadt Merzig sowie in den Ortsteilen sind nach Angaben der Stadtwerke von der Verunreinigung des Trinkwassers betroffen. Ausgenommen sind die Stadtteile Brotdorf und Wellingen, die über eine eigene Trinkwasserversorgung verfügen. Die Stadtwerke Merzig versorgen insgesamt rund 16000 Haushalte.

Wie Wolfgang Augustin von den Stadtwerken auf Anfrage mitteilte, wurden in einer Probe von Mittwoch koliforme Bakterien festgestellt, die als so genannte Indikatorbakterien auf Verunreinigungen im Trinkwasser hinweisen. Augustin: „Nun muss die komplette Analyse abgewartet werden.“ Diese führt das Trinkwasserlabor der Firma Energis in Ensdorf durch. Mit einem Ergebnis könne frühestens an diesem Samstag gerechnet werden.

„Koliforme Bakterien fäkalen Ursprungs zeigen an, dass auch Krankheitserreger vorhanden sein können. Es ist somit nicht auszuschließen, dass sich Krankheitserreger im Trinkwasser befinden, die zum Beispiel Darminfektionen hervorrufen können“, erklärte Gerd Schneider als amtlicher Leiter des Gesundheitsamts Merzig. Als Vorsichtsmaßnahmen wurden die betroffene Quelle vom Versorger sofort gesperrt, das komplette Wasser in Merzig wird in Hochbehältern gechlort und die Abkochverordnung an die Bevölkerung weitergegeben. Das Wasser der Merziger kommt nun aus Tiefenbrunnen. Woher die Verunreinigung stammt, ist derzeit unklar. „Wir vermuten, dass sie durch die starken Niederschläge der vergangenen Tage bedingt ist“, erklärt Augustin, „aber das ist im Moment alles Spekulation.“ Das verschmutzte Wasser stammt aus der Quelle Heimlingen im Wasserschutzgebiet zwischen Brotdorf und Bachem.
 
Trinkwasser kann grundsätzlich auf zwei verschiedene Arten gewonnen werden:  Bei Tiefenbohrungen wird es aus etwa 80 bis 100 Metern Tiefe gefördert, bei oberflächennahen Quellen lagert das Wasser etwa zwei bis drei Meter unter der Erdoberfläche. Letzteres ist in Heimlingen der Fall. „Es ist durchaus möglich, dass über das Erdreich Verschmutzungen ins Wasser gelangt sind,“ sagte der Stadtwerke-Sprecher. Ein Rohrbruch käme als Ursache nicht in Frage. Auch dass Abwasser in das Trinkwasser gelangt ist, kann Augustin ausschließen. Denn im Wasserschutzgebiet gibt es keine Abwasserleitungen, lediglich der Seffersbach durchfließt das Areal. Welche Folgen das Trinken des nicht abgekochten Trinkwassers haben könnte, ist nach Angaben von Augustin derzeit nicht abzuschätzen.

Mindestens acht Tage lang soll das Trinkwasser drei Minuten lang abgekocht werden, so lautet die Vorgabe des Gesundheitsamtes. „Eventuell gibt es auch schon früher eine Entwarnung, das hängt vom Ergebnis der Analyse ab“, betont Augustin. Dieses wird frühestens am Montag mitgeteilt.   
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