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Messer-Attacke auf Arzt: Angeklagter gesteht

Saarbrücken. Die Staatsanwaltschaft geht von Schuldunfähigkeit des Angreifers aus. Er soll unbefristet in der forensischen Klinik in Merzig untergebracht werden.

Chirurg kann nicht mehr operieren
Am Vormittag des 26. Juli 2010 betrat der Angreifer die Praxis in Saarbrücken. Als der 49-jährige Allgemein- und Neurochirurg sein Sprechzimmer verließ, stürzte sich der Patient mit einem 20 Zentimeter langen Küchenmesser auf ihn. Schwer getroffen mit Stichen an Bauch und Oberschenkel lag der Arzt am Boden. Er wehrte weitere Stiche ab und erlitt dabei Verletzungen an beiden Händen. Nerven wurden verletzt, er kann nicht mehr operieren.

Der Überfall wäre tödlich ausgegangen, wären nicht zwei kräftige Männer anwesend gewesen, die dem Opfer halfen. Einer hielt das Handgelenk des Angreifers mit dem Messer fest, doch der nahm die Waffe in die andere Hand. Aus dem Wartezimmer kam ein zweiter Helfer hinzu, der dem Täter das Messer abnahm. Eine zufällig anwesende Ärztin leistete Erste Hilfe, während die beiden Männer den Angreifer am Boden festhielten.

Angeklagter unternahm mehrere Versuche
Am Dienstag (14.12.2010) zu Prozessbeginn beantragte der Verteidiger, nichtöffentlich zu verhandeln. Das Gericht lehnte das ab. Der Angeklagte bestätigte die Vorwürfe. Er fühlte sich nicht nur falsch behandelt, sein Leiden habe sich durch die Injektionen des Arztes sogar verschlimmert und er glaubte, er sei dessen Versuchskaninchen gewesen.

Es gab schon früher Angriffe des Angeklagten. Den ersten nahm der Arzt nicht ernst. Dann folgte eine Morddrohung. Auf eine Anzeige hin stelle die Staatsanwaltschaft kein öffentliches Interesse fest und stellte das Verfahren ein. Der Prozess wird heute fortgesetzt. jht



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