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Messer-Stecherei nach Besäufnis in Dillingen: Anklage lautet Totschlag

Von SZ-Redakteur Harald Knitter

Saarbrücken/Dillingen. Ein schnelles Urteil im Fall um den Tod am Dillinger Ehrenmal - damit rechnet die Verteidigung. Der Grund: Die Staatsanwaltschaft hat keine Anklage wegen Mordes, sondern wegen Totschlags erhoben und geht wegen Alkohols von verminderter Schuldfähigkeit aus (wir berichteten).

Das war geschehen: Auf dem von Hüttenwald umgebenen Plateau hatte ein 32-jähriger Dillinger am 28. Juli nach einem Trinkgelage nachts einem 24-jährigen Saufkumpan im Streit mit einem kurzen Klappmesser 46 Stiche und Schnitte beigebracht, an denen das Opfer verblutete.

„Das Verfahren könnte in zwei Monaten abgeschlossen sein“, sagte der Dillinger Anwalt Bernd Alexander, der den geständigen Angeklagten verteidigt, gestern der SZ. Sein Mandat aus Dillingen habe nicht nur am Tag der Tat einen sehr hohen Alkoholpegel gehabt, sondern durch jahrelangen Alkoholmissbrauch sei von einer Vorschädigung auszugehen.
Nach Ermittlungen im persönlichen Umfeld der sieben bis acht Teilnehmer des Besäufnisses, die zum Teil keinen festen Wohnsitz haben – Täter und Opfer hatten sich zuletzt bei Bekannten durchschlagen –, war der Fahndungsdruck so groß geworden, dass sich der 32-Jährige nach vier Tagen der Polizei stellte und gestand. Er sei seither in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Saarbrücken und habe eine Entgiftung wegen seiner Alkoholsucht mitgemacht, erklärte der Anwalt.

Die Staatsanwaltschaft sieht keine Belege für Mordmerkmale, wie niedere Beweggründe oder besondere Grausamkeit. Motiv und Ablauf der Tat seien wegen Erinnerungslücken des Angeklagten kaum zu rekonstruieren, meinte Alexander. Der vorangegangene Streit habe sich wohl um gemeinsame Bekannte gedreht und wäre unblutig abgegangen – wäre das Klappmesser nicht zufällig zur Hand gewesen. Fraglich sei, was die anderen Anwesenden mitbekommen haben.

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