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Metaller kämpfen gegen Leiharbeit

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Karlsruhe. Das Saarland wird im Vorstand der IG Metall auch weiter vertreten sein. Hans Peter Kurtz, erster Bevollmächtigter der IG-Metall-Verwaltungsstelle Saarbrücken, ist für weitere vier Jahre als ehrenamtliches Mitglied in den Bundesvorstand gewählt worden.
Kurtz erklärte nach der Wahl, er sehe die Bekämpfung der Leiharbeit sowie der Ausuferung niedriger Löhne als Schwerpunkte an. Auch will er sich für flexiblere Renteneintritts-Modelle ohne finanzielle Einbußen einsetzen. Seine Kontakte, auch zum Bundesvorsitzenden, seien sehr gut. Dies erweitere die Möglichkeiten, saarländische Interessen zu vertreten. So habe sich Huber beispielsweise während der Insolvenz von Halberg Guss dafür eingesetzt, dass die großen Autohersteller und Zulieferer ihre Aufträge weiter an Halberg Guss vergeben hätten.

Die Saar-Delegierten sagten auf dem Gewerkschaftstag, dass sie die Rente mit 67 und Mindestlöhne als zentrale Themen ansehen, mit denen sich die Gewerkschaft bei den Bürgern und Arbeitnehmern im Land positionieren kann. Robert Hiry, erster Bevollmächtigter der Verwaltungsstelle Völklingen, kritisiert, die Gewerkschaft hätte in der Rentenfrage bisher zu wenig Entschlossenheit gezeigt. Gleich mehrere Anträge hat die Verwaltungsstelle auf dem Gewerkschaftstag eingebracht: von flexiblen sozialverträglichen Ausstiegsszenarien aus dem Berufsleben über eine Stärkung der Vertrauensleute in den Betrieben bis zur Abschaffung der Leiharbeit als „moderner Menschenhandel“.
Kurtz betont angesichts der geplanten Rente mit 67, es könne nicht sein, dass Menschen jahrzehntelang körperlich hart arbeiten und durchgehend Rentenbeiträge erbringen, dann aber mit hohen Abschlägen leben müssen, wenn sie früher in den Ruhestand gehen. Schon heute seien nur noch drei Prozent der saarländischen Belegschaftsmitglieder über 60, dreißig Prozent über 50.

Alle Saar-Delegierten forderten gemeinsam, von der Rente mit 67 Abstand zu nehmen und stattdessen zur bewährten Lösung zurückzukommen, die einen – paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern finanzierten – früheren Ruhestand vorsieht.

Werner Cappel, erster Bevollmächtigter der IG-Metall-Verwaltungsstelle Homburg, plädiert zudem dafür, jungen Menschen nach ihrer erfolgreichen Ausbildung generell unbefristete Arbeitsverträge anzubieten. Das sei auch eine Chance, mehr qualifizierte junge Arbeitskräfte im Saarland zu halten. Dies sei vor allem eine Maßnahme zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Saarland und diene nicht, wie von den Arbeitgebern oft kritisiert, der Verbeamtung von Arbeitsplätzen, betont Jörg Caspar, erster Bevollmächtigter der Verwaltungsstelle Neunkirchen. Guido Lech, zweiter Bevollmächtigter der Verwaltungsstelle Völklingen, macht darauf aufmerksam, dass die Leitinvestitionen zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes wie etwa die Schmiede in Völklingen, die Stranggussanlage der Dillinger Hütte oder auch die jüngste Großinvestition von ZF Saarbrücken alles Projekte seien, die ohne die Mitbestimmung in den Betrieben so nicht zu Stande gekommen wären. Daher gelte es, die Mitbestimmung auszubauen. Alle Saar-Delegierten des Gewerkschaftstages beurteilen die wirtschaftliche Entwicklung an der Saar positiv.
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