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Metro-Konzern speckt ab

Der Handelskonzern Metro plant tiefgreifende Umstrukturierungen. Dabei sollen 15 000 Arbeitsplätze wegfallen. Die Auswirkungen für die 1700 saarländischen Beschäftigten stehen noch nicht fest.

Von SZ-Redaktionsmitglied Stefan Regel


Düsseldorf/Saarbrücken. Deutschlands größter Handelskonzern Metro strafft die Strukturen. Ein bis 2012 laufendes "Effizienz- und Wertsteigerungsprogramm" soll das profitable Wachstum des Unternehmens langfristig sichern, sagte gestern Metro-Chef Eckhard Cordes. Das Programm mit dem Namen "Shape 2012" soll beim Gewinn mit bis zu 1,5 Milliarden Euro positiv zu Buche schlagen. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen 15 000 Arbeitsplätze wegfallen. Entlassungen seien jedoch nicht geplant, versicherte der Dax-Konzern. Stattdessen sollen frei werdende Stellen nicht wieder besetzt werden. Außerdem will der Konzern die Abläufe vereinfachen. So wolle Metro in Zukunft Aufgaben wie etwa den Einkauf von Produkten nicht mehr zentral erledigen, sondern an Tochtergesellschaften übertragen. 2008 machte der Konzern einen Umsatz von 68 Milliarden Euro.

Die Börse hat das Programm positiv aufgenommen. Die Metro-Aktie legte deutlich zu. Von den avisierten 1,5 Milliarden Euro entfalle etwa die Hälfte auf Einsparungen, sagte Cordes weiter. Die andere Hälfte solle durch Produktivitätsverbesserungen und andere ergebnissteigernde Maßnahmen erreicht werden.

Für Metro arbeiten an über 2200 Standorten in 32 Ländern Europas, Afrikas und Asiens 300 000 Menschen. Das würde bedeuten, dass ungefähr jeder 20. Job wegfallen würde. In Deutschland arbeiten 123 000 Menschen für Metro.

Im Saarland sind 1700 Arbeitnehmer an 19 Standorten bei Metro beschäftigt.  Dazu gehören ein Großhandel in Dudweiler, sechs Real-Kaufhäuser, zweimal Galeria Kaufhof in Neunkirchen und Saarbrücken sowie insgesamt sechs Elektronik-Fachmärkte (Media Markt und Saturn). Inwieweit die neuen Konzernplanungen die Arbeitsplätze im Saarland betreffen, darüber gebe es noch keine Klarheit, sagte ein Metro-Sprecher gestern unserer Zeitung: "Es wird einige Monate dauern, ehe man mehr sagen kann." Gestern sei erst der Startschuss erfolgt, jetzt beginne die eigentliche Projektarbeit, und man müsse sehen, wie das Ganze umgesetzt werden könne. Die Gewerkschaft Verdi wartet jetzt erst einmal ab, wie die konkreten Auswirkungen im Saarland aussehen werden. "Wir werden uns gemeinsam mit den Betriebsräten die Sache anschauen und diskutieren", sagt die stellvertretende Landesbezirksleiterin Stefanie Nutzenberger.

Ob weitere Einzelhandelsketten nachziehen, will Hubertus Pellengahr, Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE) nicht prognostizieren. Er befürchtet Probleme vor allem in der zweiten Jahreshälfte. Er fordert daher mehr und schnellere Steuersenkungen zur Stärkung des Konsums: "Das kommt der deutschen Wirtschaft eher zugute als eine Abwrackprämie. Man sollte mehr Vertrauen in die Konsumenten haben."


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