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Michelinwerk Homburg wird Technologie- Führer

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Homburg. Michelin hat die Wirtschaftskrise weitgehend hinter sich gelassen. Im Homburger Werk liegt die Auslastung der Produktion wieder bei 90 Prozent, betont Werkleiter Jürgen John. Allerdings sei das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht. Obwohl weltweit die Nachfrage nach LKW-Reifen wieder steige, auch in Nordamerika, Argentinien und Asien. Alleine von Homburg aus werden mittlerweile über 200 Staaten mit Neureifen beliefert. Im Geschäftsbereich „Runderneuerungen“ des Homburger Werks werde die Erholung allerdings noch etwas länger auf sich warten lassen, da während der Wirtschaftskrise weniger Neureifen produziert wurden. Selbst in der Krise habe Michelin seine Zukunftsinvestitionen in die deutschen Standorte, wie geplant, fortgesetzt, so John. Zwischen 2008 und 2014 sind in den vier deutschen Werken Gesamtinvestitionen von mindestens 250 Millionen Euro vorgesehen. Das zahle sich jetzt auch für Homburg aus. Rechtzeitig zum vierzigjährigen Bestehen des saarländischen Werkes am 16. April werde die strategische Bedeutung innerhalb des Konzerns gestärkt.

Michelin verfolge weltweit eine neue Strategie der Arbeitsteilung. Während generell neue Märkte, beispielsweise Indien, erschlossen und teilweise auch mit neuen Produktionsstätten vor Ort begleitet würden, sollen sich die europäischen Standorte deutlich stärker durch Spezialentwicklungen, die Weiterentwicklung von Kernprozessen in der Produktion und neue Technologien auszeichnen. Hier werde Homburg künftig eine Vorreiterrolle zufallen, kündigt John an. „Wir arbeiten in Homburg an neuen Technologien, um flexibel und schnell alle Märkte bedienen zu können.“ Zumal ein Reifen heute aus bis zu 200 Einzelprodukten bestehe. Schon jetzt kommt aus Homburg die neueste Generation der LKW-Reifen, die über eine besondere Neuerung verfügt. Wenn die Hälfte des Reifens abgefahren ist, öffnet sich ein neues Profil, was die Lebensdauer und Laufleistung deutlich verlängert.

Auch während der Wirtschaftkrise habe Michelin alle 1200 Beschäftigten in Homburg an Bord gehalten sowie die Auszubildenden übernommen, um jetzt den neuen Herausforderungen gewachsen zu sein.
Zusätzlich werde 2011 hoch qualifiziertes Personal eingestellt, zunächst 40 Leute, von Ingenieuren bis hin zu Mitarbeitern in der Produktion. Um auch von der Kostenseite her gewappnet zu sein, plant Michelin in Homburg Änderungen zur Produktivitäts-Steigerung. So werde ein neues Energiemanagement betrieben. Mit der Stadt arbeite man an einer Anbindung an die Fernwärmeschiene. Zudem baue Michelin die eigene Stromversorgung aus. „Wir stellen heute schon rund 50 Prozent des eigenen Stroms selbst her“, so John. Mitte des Jahres kommt eine Fotovoltaik-Versorgung werkseigener Parkplätze hinzu, die auch das Auftanken von Elektrofahrzeugen ermöglicht.

Sorgen bereiten John die Lohnforderungen der IG BCE, die sich zwischen sechs und sieben Prozent bewegten. Dadurch würden Zukunftsinvestitionen gefährdet. Hinzu kämen Steuernachteile in Deutschland. Homburg müsse sich gegenüber sieben Schwesterwerken behaupten, von denen an vier Standorten zu nahezu ähnlichen Bedingungen produziert werden könne wie in Homburg.
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