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Mikroboy rockten Neunkircher Reithalle

Neunkirchen. Es gibt sie noch, die so genannten kleinen Bands, für die man gerne durch die Republik fährt und den Kilometerzähler in die Höhe treibt. Man weiß schließlich, dass am Ende der Reise ein Konzert wartet, das in Erinnerung bleiben wird.

Mikroboy ist eine dieser Bands, für die sich jeder Kilometer lohnt, weil sie bei jedem Auftritt alles gibt. Nach Köln, Berlin und Hamburg stand am Donnerstag Neunkirchen auf dem Tourneeplan. Ein Glück für die 160 Zuschauer, die sich so eine lange Anreise sparen konnten und eine Band erlebten, mit der es an Spielfreude nur wenige aufnehmen können. Im Oktober gingen Mikroboy beim Bundesvision Song Contest (BuViSoCo) für das Saarland an den Start.

Zwölf Punkte aus der Heimat

Als sich die Bühne in der Stummschen Reithalle gegen 21 Uhr in blaues Licht hüllte und die Band um Sänger und Gitarrist Ludes zu ihren Instrumenten schlich, verkündete eine Salve von Paukenschlägen, wo die Reise hingehen sollte.

Die Emo-Einflüsse aus den Anfangstagen sind längst ad acta gelegt, jetzt bestimmt Indie-Rock den Mikrokosmos, in dem sich Mikroboy bewegen. Zu hören auch auf dem neuen Album "Nennt es, wie ihr wollt", das die Band im Gepäck hatte. "Hals über Kopf in ein Feuergefecht, das Herzen zerreißt und Gefühle vereist", lauten die ersten Zeilen von "Raus mit der schlechten Luft, rein mit der guten", mit dem der Abend eröffnet wurde. Auch wenn zu diesem Zeitpunkt an gute Luft in der Halle längst nicht mehr zu denken war, wurde bereits der Opener zu einem Triumph, dem 14 weitere folgten.

Kein Platz für Emo-Gelaber

Mit dem Midtempo-Ohrwurm "Apollo" endete der offizielle Teil, auf die Idee, die Halle zu verlassen, kam freilich niemand. Also stieg Ludes nochmal auf die Bühne, spielte alleine "Bis zum Ende" und trommelte zum Finale die Mikroboys wieder zusammen. Nach 90 Minuten gingen die Lichter an und eine glückliche Hörerschaft nach Hause.

Die BuViSoCo-Nummer "Nichts ist umsonst" brachten Mikroboy schon im ersten Viertel hinter sich, ohne auch nur mit einer Silbe die Raab-Show zu erwähnen. Wozu auch? Die Musik spricht für sich. Es sei seltsam, aber auch schön, vor so vielen bekannten Gesichtern zu spielen, sagte Ludes in der Mitte des Sets, bedankte sich bei Freunden für die jahrelange Unterstützung, um sich mit den Worten "Schluss mit dem Emo-Gelaber" wieder aufs Wesentliche zu besinnen.

Zwar leben die Mitglieder in Hamburg und Berlin, aber Sänger Michi Ludes stammt aus Neunkirchen und hatte hier lange Zeit seinen Lebensmittelpunkt. Beim BuViSoCo landete die Band ebenso unverdient wie enttäuschend auf dem vorletzten Platz, aber immerhin aus der Heimat hagelte es satte zwölf Punkte. Grund genug also, sich mit einem Konzert zu bedanken, das alle Erwartungen übertraf.
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