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Millionen-Zocker steht vor Gericht


SAARBRÜCKEN. Hinter dem Rücken seiner Kunden hat ein Ex-Bankberater (49) deren Geld in riskante Geschäfte investiert. Die Quittung: eine Anklage wegen Untreue. Der Schaden: 2,6.Millionen Euro.

Angeschlagen wirkte der grauhaarige Mann gestern auf der Anklagebank. Während Oberstaatsanwalt Adi Brass die Anklageschrift verlas, schloss der Blieskasteler immer wieder die Augen, ließ den Kopf hängen.
Er soll in 116 Fällen zwischen August 2001 und Januar 2005 mit Geld von 81 Kunden der Volksbank Spiesen-Elversberg (heute Bank 1 Saar) ohne deren Wissen spekuliert haben. Den Kunden hatte er hohe Zinsen für sichere Kapitalanlagen versprochen. Einen Teil des Millionenschadens hat der Familienvater auch in der Hoffnung auf einen Großgewinn in Lottospiele investiert, um damit die hohen Verluste aus den Spekulationsgeschäften ausgleichen zu können. Seine Kunden, unter ihnen viele Freunde, Bekannte und auch Verwandte, hatten dem Ex-Bankberater offenbar blind vertraut.
Zwei Verhandlungen gegen ihn waren Ende 2006 und 2007 geplatzt, unter anderem weil der Mann, der jetzt als Lagerist für monatlich 800 Euro netto arbeitet, ein früheres Geständnis widerrufen hatte. Gestern gestand er dann nochmals. Demnach hat er über Jahre hinweg bis Ende 2004 hinter dem Rücken von Kunden mit deren Geld spekuliert. Über fremde Konten wickelte er Optionsgeschäfte ab. Er begründete sein Vorgehen mit dem angeblichen Hinweis seiner Arbeitgeberin, er solle mehr auf Erträge aus den Bankgeschäften mit Kunden achten. Daraufhin sei er bei den Wertpapiergeschäften immer risikobereiter geworden – aus Angst um seinen Job.
Das Geständnis zu verlesen, fiel ihm schwer. Er brach in Tränen aus. Dann gab es noch einen Seitenhieb gegen die Medien, die über seine Untaten berichtet hatten. Von einer Schmutzkampagne war da die Rede. Ein Urteil wird in Kürze erwartet. szn/aw

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