A620 Saarbrücken Richtung Saarlouis AS Saarbrücken-Westspangenbrücke Gefahr durch Gegenstände auf der Fahrbahn - Reifenteile auf der Westspangenbrücke (07:01)

A620

Priorität: Sehr dringend

2°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
2°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Minarett-Debatte in Völklingen geht weiter

Das Stadtteilforum Wehrden hatte am Dienstag eingeladen zur Bürger-Diskussion über die Minarett-Pläne der Moscheegemeinde – Stimmungen und Stimmen aus der etwa zweistündigen Debatte.

Von SZ-Redakteurin Doris Döpke

Völklingen-Wehrden. Manfred Schu (CDU) ist der einzige Kommunalpolitiker, dem Anne Herzhauser und Manfred Trouvain vom Stadtteilforum Wehrden das Mikrofon anvertrauen. Denn Schu, 75, seit 25 Jahren im Stadtrat, ist Ur-Wehrdener. Und spricht am Dienstagabend in der Kulturhalle, in die das Stadtteilforum zur Diskussion über die Minarett-Pläne der Moscheegemeinde eingeladen hat, aus seiner persönlichen Stadtteil-Perspektive. Zum Minarett, erklärt er, werde er erst Ja sagen, wenn Christen in der Türkei ungehindert Kirchen bauen dürften.

"Laßt Euch Zeit in dieser Sache"

Dann eine Rückschau: Als 1964 die ersten türkischen Einwanderer kamen, sei es für die Wehrdener eine Begegnung mit einer fremden Welt gewesen. Der Verein Baris („ich war einer der Mitgründer“) habe Brücken geschlagen. Doch heute, sagt Schu, gebe es Abgrenzungen seitens der Türken, leider. Sein Rat in der Minarett-Frage: „Freunde, lasst euch mit dieser Sache Zeit!“

Auch ein 68-Jähriger, der seinen Namen nicht nennen mag, erinnert an Vergangenes. Niemand habe etwas gesagt, als die Muslime vor 20 Jahren die Moschee kauften, „Sie waren uns willkommen“. Doch jetzt gebe es das freitägliche Parkplatzproblem, kaum Integration in Vereine, Kinder der dritten Generation, die kaum Deutsch sprächen. Zum Miteinander, sagt er, gehöre Anstrengung der türkischen Gemeinde. Ünal Subasi, 37, zweiter Vorsitzender des Moscheevereins, der die Minarett-Pläne präsentiert hat, macht ein ernstes Gesicht. Sein Kollege Hamim Sahin springt auf: Er lädt für Freitag, 23. Januar, 11.30 Uhr, alle Interessierten zum Tee in die Moschee ein. Und zum Freitagsgebet, der Imam werde auf Deutsch predigen.

"Erstmal die Kuppeln bauen, später das Minarett"


Langsam machen, das schlägt auch der Wehrdener Bernhard Harings vor: Warum nicht erstmal nur die geplanten Kuppeln bauen? Und irgendwann später das Minarett, „wenn ein Miteinander erreicht ist“?

Andrea Tamblé-Zimmer sieht das anders. „Wir haben ein Miteinander“, sagt sie, „wenn auch mit einigen Baustellen.“ Ihr macht ein anderes Problem zu schaffen. „Wir Wehrdener brauchen keine Leute von außen, die uns ihre Meinung aufzwingen“: Mit diesem Satz hat die couragierte 41-Jährige in der öffentlichen Debatte einen NPD-Mann zum Schweigen gebracht. Das unterstreicht sie später: „Wehrden soll kein Sprungbrett für Extremisten gleich welcher Richtung sein, das möchten wir nicht.“ Wir? Ja, sie ist sicher, dass sie für den Stadtteil spricht: Sie führe ein Geschäft dort, und „ich habe ein Gefühl für die Menschen“.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein