A8 Saarlouis - Neunkirchen AS Dillingen-Süd in beiden Richtungen Gefahr durch Tiere auf der Fahrbahn (01:12)

A8

Priorität: Sehr dringend

8°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
8°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Ministerium feiert ausgelassen Weiberfastnacht

Saarbrücken. Gut einen Monat vor der Landtagswahl ist es gestern in Saarbrücken zu einer gewaltsamen Regierungsumbildung gekommen, in deren Folge Innenminister Stephan Toscani (CDU) sein Amt an Arbeitsministerin Monika Bachmann (CDU) abtreten musste. Dem heftigen Sturm der Ministerin samt Staatssekretärin, Cowgirl Gaby Schäfer, sowie ihrem weiblichen Gefolge, darunter Bienen und Teufelchen, konnte am fetten Donnerstag auch Innenstaatssekretär Georg Jungmann als Robin Hood mit seinem Schwert nichts entgegensetzen. Um 11.11 Uhr war die Schlacht geschlagen, Toscani abgesetzt. Um nach der Niederlage halbwegs ehrenhaft dazustehen, forderten er und Jungmann von jeder Dame, die das Innenministerium betreten wollte, je einen Kuss.

Arbeit, Familie, Prävention, Soziales, Sport, Inneres, Kultur, Europa, Gesundheit und Verbraucherschutz liegen nun in den Händen der Hülzweilerin. Das könne schon schwierig sein, sich alles zu behalten. „Ich bin jetzt für alles zuständig, jedenfalls für einen Tag“, fasste Bachmann kurzerhand zusammen, die sich als „fesche Bayerin“ im  Dirndl den bislang geheimen Wunsch erfüllte, einmal „Ministerin von Bayern“ zu sein („So wie die Aigner in Berlin“).

Muss sich Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) vor einem Putsch der neuen „Super-Ministerin“ fürchten? „Keineswegs“, versichert Regierungssprecher Thorsten Klein im Pharaonen-Kostüm. „Der Auftrag zum Sturm des Innenministeriums kommt direkt aus der Staatskanzlei. Wir haben nach wie vor die Richtlinienkompetenz.“
Damit vermochte er nicht alle zu beruhigen, die einen weiteren Putsch befürchten. Der Chef der Staatskanzlei, Andreas Storm, schien sich gestern bereits nach einer neuen Dienstherrin umzuschauen: Für jeden gut sichtbar schunkelte er als Samurai verkleidet mit Bachmann singend auf der Tanzfläche. Der „vom Hesse zum Mensch gewordene“ (Kramp-Karrenbauer) Storm bewies auch sprachlich seinen Integrationswillen, die Faasend im Saarland finde er „kloor“.
Als Putzfrau Gretel verkleidet trat Annegret Kramp-Karrenbauer zusammen mit Gaby Schäfer in die Bütt’ und nahm vor allem ihre eigenen Wahlplakate aufs Korn: „Sie sagt, sie sei für ‚klare Verhältnisse’, das heißt also noch mehr Fenster putze. Als ob da wer in die Staatskanzlei reinguckt, wo die den ganzen Tag nix anneres mache, als rauszuschaue.“

Keine Träne weinte Cowboy Stephan Toscani seinem Amt nach und wirkte – befreit von der Last der ministeriellen Verantwortung –  gelöst. Damit er weiter im Innenministerium geduldet werde, müsse er sich nützlich machen, fand „Putzfrau“ Schäfer und gab ihm einen Schrubber. Ein ehemaliges Kabinettsmitglied schien gestern nach wie vor sehr an seinem bisherigen Beruf zu hängen: „Haben Sie noch Fragen zur Gemeinschaftsschule?“, bot ein als Ex-Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne) verkleideter Narr mit entsprechender Gesichtsmaske Journalisten seine Dienste an. Er ließ sich nicht beirren, als diese  abwinkten: „Dann halt nach der Wahl!“
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein