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Ministerium will Saar-Produkte besser vermarkten

Aus der Bliesgau-Molkerei in Ommersheim kommen Milch, Quark, Joghurt und Frischkäse.

Aus der Bliesgau-Molkerei in Ommersheim kommen Milch, Quark, Joghurt und Frischkäse.

  Rosemarie Ernst aus Schmelz-Hüttersdorf gehört im Saarland zu den Urgesteinen in Sachen Selbstvermarktung regionaler Produkte. Die 77-Jährige bietet auf Bauern- oder Mittelalter-Märkten alles feil, was sie von ihren Bienenvölkern ernten kann: Honig natürlich, aber auch Bienenwachskerzen, Bienenbrot und Met (Honigwein). „So lange es geht, mache ich es“, sagt sie. Für jüngere Leute sieht sie auf jeden Fall das Potenzial, „dass man mit guten Lebensmitteln aus der Region seinen Einkommen haben kann“.

Dieser Ansicht vertritt auch das Saar-Verbraucherschutzministerium. Ministerin Anke Rehlinger (SPD) geht mit gutem Beispiel voran. Wie einst Eva im Paradies wirbt sie zurzeit mit einem Apfel in der Hand auf Plakaten dafür, dass die Verbraucher Gutes von saarländischen Bauernhöfen schätzen lernen und es auch kaufen. Mit Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz und Bürgern will sie am Mittwoch von 9 bis 11 Uhr im Lesecafé der Stadtbibliothek Saarbrücken regionale Happen verfrühstücken. Direkt daneben findet ein Bauernmarkt statt.

Ansätze dieser Art gab es schon viele. Doch der große Durchbruch bei der Vermarktung regionaler Lebensmittel ist nach Ansicht von Beobachtern immer noch nicht gelungen. Um hier endlich durchzustarten, soll ein Konzept erarbeitet werden, wie man Erzeuger und Verbraucher besser zusammenbringen kann. Darüber brütet seit einem Jahr Julia Kliver vom Bauernverband Saar.

Ende August soll sie dem Ministerium einen ersten Zwischenstand präsentieren. In akribischer Kleinarbeit hat sie zunächst recherchiert, „was im Saarland überhaupt alles angebaut, gezüchtet und geschlachtet wird“, erzählt sie. Als nächstes soll sie eine Internet-Plattform aufbauen, um Gastronomie und Handel stärker auf das Angebot aus saarländischen Landen aufmerksam zu machen. „Das heißt aber auch, dass die Landwirte verlässlich größere Mengen an Fleisch, Gemüse, Salaten, Ölen oder Käse anbieten können“, sagt sie. Mit Milch hat es die Bliesgau Molkerei geschafft. Sie versorgt inzwischen Globus, Wasgau oder Edeka mit Biomilch von heimischen Kühen.

Jürgen Schnabel, Geschäftsführer von Schnabels Restaurant in Saarbrücken-Gerweiler, begrüßt das Vorhaben des Landes. Er hat sich die Lieferanten für seine regionalen Spezialitäten wie Schnaps, Öl oder Essig selbst ausgesucht. Gäbe es eine funktionierende Plattform, „geht bestimmt noch mehr“. „Doch die Preise müssen stimmen.“ Wenn er bei ähnlicher Qualität das Zwei- oder Dreifache für Fleisch bezahlen müsse, „kann ich diese Kosten nicht an meine Gäste weitergeben“.

Markus Keller, Inhaber von Wern’s Mühle in Ottweiler- Fürth, meint hingegen, „dass die Gäste für Gerichte aus heimischer Küche gerne etwas mehr ausgeben“. Auch er hat sein regionales Lieferanten- Netzwerk. „Man muss besser planen, um die Produkte, die am meisten nachgefragt werden, immer vorrätig zu haben“, so seine Erfahrung. „Das ist nicht so wie im Großmarkt, wo ich mal schnell ins Regal greife.“

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