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Missbrauch am Johanneum: Orden legt Abschlussbericht vor

Homburg. Sechseinhalb Monate nach Bekanntwerden der Missbrauchsfälle im ehemaligen Internat des Homburger Gymnasiums Johanneum hat der Hiltruper Orden gestern seinen Abschlussbericht vorgelegt. Vor mehr als 25 Jahren gab es in der von den Patres geleiteten Einrichtung Fälle von sexuellen Missbrauchs an Schülern. Zwei Patres, 64 und 74 Jahre alt, haben Ende Februar bereits ein Geständnis abgelegt. Die Taten sind verjährt, deshalb hat die Staatsanwaltschaft Saarbrücken die Ermittlungen eingestellt (wir berichteten). Der vom Orden einberufene externe Ermittler, Franz Josef Feltes, ein früherer Strafrichter aus Kaiserslautern, stand über Monate als Ansprechpartner für die Opfer beziehungsweise Angehörigen zur Verfügung.

Annäherungsversuche, Berührungen, erzwungener Geschlechtsverkehr

Feltes schilderte gestern sehr drastisch sechs Fälle, die an ihn herangetragen wurden – „von Opfern, aber auch von Angehörigen beziehungsweise dem Anwalt eines Opfers“. Feltes: „So weit man das am Telefon beurteilen kann, machten alle Anrufer auf mich einen absoluten glaubhaften Eindruck.“ In seinen Schilderungen wurde die ganze Tragweite der Taten deutlich, sie reichten von Annäherungsversuchen, über Berührungen im Genitalbereich bis hin zum erzwungenem Geschlechtsverkehr. Bei den Gesprächen mit den Opfern seien ausschließlich die Namen der zwei geständigen Patres gefallen. Jenseits der Missbrauchsvorwürfe sei zudem die Rede gewesen von einem Ordensbruder, der Mädchen der fünften Klasse regelmäßig aufgefordert habe, Bonbons aus seiner Hosentasche zu nehmen. Ein anderer Bruder habe anscheinend versucht, in der Umkleidekabine der Mädchen im Schwimmbad zu „spannen“.

Strafrechtlich sind  die Taten verjährt

Der Provinzial des Hiltruper Ordens, Pater Werner Gahlen, der 26 Jahre lang Direktor am Johanneum war, nutzte gestern die Gelegenheit, sich noch einmal bei den Opfern zu entschuldigen „für das, was ihnen von Mitbrüdern Schlimmes angetan wurde. Es erfüllt mich mit Scham“. Strafrechtlich seien die Taten verjährt, kirchenrechtliche Folgen stünden noch aus. „Ich habe beiden Mitbrüdern sofort nach Bekanntwerden der Fälle jedwede priesterlichen Dienste untersagt.“ Einer der Betroffenen lebe in einem Ordenshaus, abgeschnitten von der Außenwelt, der andere in einem Haus in Hiltrup – zusammen mit pensionierten Mitbrüdern. Gahlen hat alle Unterlagen inzwischen an die Zentrale der Ordensgemeinschaften in den Vatikan nach Rom weitergeleitet. „Wir erwarten jetzt die Antwort, welche kirchendisziplinarischen Konsequenzen weiter vorgesehen sind.“

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