Saarland / Luxemburg: Landesgrenze BAB 8 (D) / A 13 (Lux.), Tunnel Markusbierg in Luxemburg ist wegen Feuerübung bis zum Ende des 21.10.17 gesperrt, Verkehr wird an der AS Schengen abgeleitet. (20.10.2017, 23:07)

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Missbrauch in 134 Fällen: Lkw-Fahrer in Saarbrücken vor Gericht

Saarbrücken. Ein 44-jähriger Fernfahrer steht wegen des Vorwurfs, Kinder sexuell missbraucht zu haben, seit gestern zum wiederholten Male vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts. Inzwischen sind 134 Fälle bekannt geworden. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe nicht. Er bestreitet lediglich eine pädophile Veranlagung.

Der erste Prozess begann im Sommer dieses Jahres mit einem Eklat. Eine Mutter zweier Kinder stürzte sich mit schweren Beschimpfungen auf den Angeklagten. Die Justizwachtmeister hatten damals Mühe, sie von dem Mann wegzuziehen. Im Verlaufe der weiteren Verhandlung wurde bekannt, dass die rheinland-pfälzische Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht Mainz weitere Fälle angeklagt hatte. Man hielt es für sinnvoll, alle Fälle in Saarbrücken zu verhandeln.

Im zweiten Anlauf konnte der Prozess ebenfalls nicht zu Ende geführt werden. Ein Gutachter der Uni Homburg hielt eine erneute forensisch-psychiatrische Untersuchung des Angeklagten für notwendig. Offenbar ging es dabei um die Frage, ob eine Abartigkeit vorliegt, welche die Schuldfähigkeit mindern und eine Unterbringung in der Psychiatrie rechtfertigen würde.



So begann gestern erneut das Verfahren. Es kamen Mütter mutmaßlich missbrauchter Kinder zu Wort, außerdem die Schwester des Angeklagten. Die Opfer sind durch vier Rechtsanwälte als Nebenkläger vertreten. Selbst sie sehen die Möglichkeit einer abartigen Veranlagung.

Der Angeklagte will davon nichts wissen, obwohl er sogar einschlägig vorbestraft ist. Damals kam er mit Bewährung davon. Dazu der Angeklagte: „Ich bin beim ersten Mal ungestraft davongekommen, da macht man sich weniger Gedanken.“ Sein Verteidiger versucht damit die Vielzahl der Taten zu erklären: „Mit der Zeit wird die Hemmschwelle deutlich herabgesetzt.“

Die Schwester des Angeklagten berichtete von einer traurigen Kindheit. Bereits der Vater habe sich an Kindern vergangen. Sie habe in ständiger Angst gelebt, ebenso wie ihr angeklagter Bruder, obwohl der „Papas Liebling“ gewesen sei. Der Prozess wird fortgesetzt.
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