A620 Saarbrücken Richtung Saarlouis AS Saarlouis-Mitte Baustelle, Ausfahrt gesperrt bis 22.12.2017 16:00 Uhr (13.11.2017, 11:43)

A620

Priorität: Dringend

2°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
2°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Missbrauchs-Hotline: Bistum Trier registriert 3400 Anrufer

Berlin. Aus Einzelfällen ist eine wahre Flut geworden. Was mit Berichten von lange zurückliegendem Kindesmissbrauch am Canisius-Kolleg in Berlin oder an der Odenwaldschule begann, hat inzwischen zu über 8000 Berichten Betroffener bei der im März eingerichteten Hotline der Bundesregierung geführt. Viele suchen Hilfe. Die unabhängige Beauftragte der Bundesregierung, Christine Bergmann (SPD), sagte gestern bei der Vorstellung ihres Zwischenberichtes in Berlin: „Das Thema ist jetzt in der Mitte der Gesellschaft angelangt“.





Seit Bergmann Ende September eine Informationskampagne mit dem Titel „Sprechen hilft“ startete, ist die Zahl der Anrufer unter der Telefonnummer 0800-22 55 530 sprunghaft gestiegen. Wichtige Grundlage ihrer Empfehlungen an den im April eingerichteten „Runden Tisch Sexueller Kindesmissbrauch“ sind für Bergmann die Ergebnisse der Begleitforschung der Hotline. Demnach zeigt sich zum Beispiel, dass Sportvereine, Heime, Internate oder Kircheneinrichtungen mit 34 Prozent nicht der häufigste Tatort waren; 44 Prozent der Anrufer schildern Vorkommnisse aus ihrem familiären Umfeld. Erschreckend auch, wie risikolos die Taten geschehen.  Nur 38 Prozent der Opfer stellten eine Strafanzeige, obwohl die meisten sogar in Serie missbraucht wurden. Ebenso wichtig für Bergmann sind die Forderungen, die die Betroffenen selbst formulieren. Acht von ihnen nahmen vor zwei Wochen an einer Sitzung des Runden Tisches teil. Sie verlangten dort, dass die Institution der Unabhängigen Beauftragten nicht nur für ein Jahr, sondern auf Dauer eingerichtet wird. Auch müssten Kirchen und Sportverbände mehr für die Vorbeugung solcher Straftaten tun. Zum Beispiel ein Führungszeugnis für alle, die beruflich mit Heranwachsenden arbeiten. Ärzte müssten stärker informiert werden, damit sie Missbrauch besser erkennen. Eine Reform kündigte Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) bereits an: Opfer sollen zivilrechtliche Ansprüche künftig bis zu 30 Jahre nach der Tat noch geltend machen können. Derzeit sind es zehn Jahre.
kol

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein