A1 Trier Richtung Saarbrücken AS Holz Einfahrt gesperrt, Fahrbahnerneuerung am Tage, Dauer: 16.10.2017 07:36 Uhr bis 19.11.2017 07:36 Uhr, eine Umleitung ist eingerichtet (16.10.2017, 07:39)

A1

Priorität: Dringend

12°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
12°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Missbrauchs-Opfer sollen 5000 Euro bekommen

Trier. Das von der katholischen Kirche Anfang März vorgestellte Modell zur Entschädigung von Missbrauchsopfern wird von den Betroffenen trotz der im Vorfeld geäußerten Kritik offenbar stark in Anspruch genommen. Der Deutschen Bischofskonferenz liegen bereits 400 Entschädigungsanträge vor, sagte Sprecher Matthias Kopp gestern dem TV. 138 Anträge habe die sogenannte Zentrale Koordinierungsstelle bislang auch schon beraten. Über das Ergebnis hüllt sich die Bischofskonferenz nach wie vor in Schweigen.

Ein Härtefall aus Trier

Die mit Psychologen, Juristen und Theologen besetzte und bei der Bischofskonferenz angesiedelte Koordinierungsstelle prüft die von den Bistümern und Orden weitergeleiteten Opfer-Anträge und gibt anschließend eine Empfehlung über die Höhe der Entschädigungszahlung. Letztendlich entscheidet das jeweilige Bistum, das auch das Geld zur Verfügung stellt.

Aus dem Bistum Trier wurden nach Angaben von Bischofssprecher Stephan Kronenburg bislang knapp 30 Entschädigungsanträge an die Koordinierungsstelle geschickt. In fünf Fällen liegen dem Bischof auch bereits Empfehlungen vor, sagte Stephan Ackermann gestern Abend dem TV. "Ich halte mich daran, nur in einem Fall werden wir mehr bezahlen", sagte der katholische Missbrauchsbeauftragte, ohne allerdings konkrete Zahlen zu nennen. Nach einer Vereinbarung der Bistümer und Ordensgemeinschaften sollen Missbrauchsopfer mit bis zu 5000 Euro entschädigt werden, in besonders schweren Fällen soll es mehr Geld geben. "Unter den Betroffenen aus dem Bistum Trier ist ein Härtefall", sagte der Bischof. Ackermann kündigte an, dass den Missbrauchsopfern das Geld "nicht einfach auf ihr Konto überwiesen" werde. "Wir nehmen persönlichen Kontakt mit den Betroffenen auf." Dies werde umgehend passieren.

44 Frauen und Männer

Dass allein aus dem Bistum Trier bislang knapp 30 Anträge gestellt worden sind, zeigt, dass das kirchliche Entschädigungsmodell von den Opfern stark nachgefragt wird. Laut Bischofssprecher Stephan Kronenburg sind dem Bistum 44 Frauen und Männer bekannt, die als Kinder oder Jugendliche in kirchlichen Einrichtungen missbraucht wurden. Heißt: Etwa dreiviertel aller Opfer haben schon einen Antrag gestellt.

Damit liegt die Quote im Heimatbistum von Stephan Ackermann deutlich über dem Bundesschnitt. Die katholische Laienorganisation "Wir sind Kirche" spricht von insgesamt etwa 1750 Opfern, heißt: Bislang hat etwa jeder vierte Betroffene einen Entschädigungsantrag gestellt. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte Ackermann: "Ich habe versprochen, dass wir die Opfer rasch entschädigen. Und an dieses Versprechen halten wir uns."

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein