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Missbrauchs-Skandal: Trierer Bischof kritisiert Brief zu Missbrauchsfällen

Der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche, Bischof Stephan Ackermann.

Der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche, Bischof Stephan Ackermann.

Saarbrücken. Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz hat den offenen Brief des Kirchen-Kritikers Hans Küng an die Bischöfe weltweit als „nicht zielführend“ gewertet. Küng sei in seinem Schreiben, das sich mit dem sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche beschäftigt, „weit unter seinem Niveau geblieben“, sagte der Trierer Bischof Stephan Ackermann gestern auf Anfrage vor Journalisten. Ackermann ist zurzeit im Dekanat Saarbrücken auf Visitation.

Der Trierer Oberhirte wies Küngs Feststellung zurück, die römisch-katholische Kirche befinde sich gegenwärtig in der größten Krise seit der Reformation. Ackermann sprach von einer „kritischen Situation“, die die Kirche herausfordere, die Missbrauchs-Thematik „in aller Ernsthaftigkeit“ aufzuarbeiten. Nur so könne man verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen.

Bei der Missbrauchs-Hotline der katholischen Kirche gibt es in jüngster Zeit weniger Anrufe. In der vergangenen Woche wählten „nur noch“ 720 Anrufer die kostenlose Nummer (08 00) 1 20 10 00, teilte gestern das Bistum mit.

Proppenvolles Programm

Bischof Ackermann hat bei seinem ersten Besuch eines saarländischen Dekanats einen proppenvollen Terminkalender. Bis Ende Juni stehen 150 Termine auf dem Programm: Firmgottesdienste, Gespräche mit Seelsorgern und Pfarrgemeinderäten und eine Veranstaltungsreihe, die einen Einblick in soziale, politische und kulturelle Befindlichkeiten des Dekanats geben soll. Die Gemeinden hoffen dabei auch auf ein „inspirierendes Wort“ des Bischofs, wie es der neue Saarbrücker Dechant Benedikt Welter formulierte.

Die rückläufigen Kirchensteuer-Einnahmen und die demographische Entwicklung zwingen auch die Kirche zu weiteren Sparmaßnahmen. So soll Anfang Juni der Entwurf des Sparkonzepts „Finanzieren und investieren“ vorgestellt werden. Bei einem Haushalt von 370 Millionen Euro will man jährlich 40 Millionen einsparen. Es gehe dabei nicht um Sparaktionen nach dem „Rasenmäher-Prinzip“, sagte Ackermann.

Damit das „Saarland ein starkes Stück Bistum Trier“ (Ackermann) bleibt, will man in der Saarbrücker City eine Kirche als „spirituellen Anlaufpunkt“ präsentieren. Die Basilika St. Johann könnte dabei eine besondere Rolle spielen, so der Bischof.

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