L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Missstände bei Völklinger Bäckerei: Vorwürfe gegen Betriebsleiter

Die Völklinger Bäckerei-Kette Panadoro betreibt unter dem Namen Brotbäckchen eine Reihe von Filialen im Saarland, eine davon in der Saarbrücker Eisenbahnstraße.

Die Völklinger Bäckerei-Kette Panadoro betreibt unter dem Namen Brotbäckchen eine Reihe von Filialen im Saarland, eine davon in der Saarbrücker Eisenbahnstraße.

Die Völklinger Bäckerei Panadoro, vormals Brotbäckchen, ist ins Kreuzfeuer der Kritik geraten: Mark Baumeister, Saar-Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), beklagt erhebliche Missstände bei dem Betrieb: „Wir hatten gehofft, dass sich mit dem Neuanfang etwas ändert, aber es geht weiter wie vor der Insolvenz von Brotbäckchen“, sagt er. Die Panadoro GmbH war am 15. Juni dieses Jahres aus der insolventen Brotbäckchen GmbH hervorgegangen. Doch auch in dem sanierten Betrieb gebe es wieder Unregelmäßigkeiten: Gehälter würden verspätet oder gar nicht gezahlt, Mitarbeiter würden bei Erkrankung gekündigt, Vermieter von Filialen bekämen die Miete nicht. Und das Unternehmen habe eine Auszubildende erst nach Monaten bei der Handwerkskammer angemeldet,  so Baumeister.



Der NGG-Chef macht seine Kritik vor allem am früheren Brotbäckchen-Geschäftsführer Christian Wetzel fest. Der bekleidet bei Panadoro zwar nur noch die Position des Betriebsleiters, agiere aber weiter wie ein Geschäftsführer. Er schreibe Abmahnungen, unterschreibe Kündigungen, sei für Mietzahlungen zuständig. „Ich habe Prokura“, sagt Wetzel  zur Begründung. Weder aber unterschreibt er als Prokurist noch ist die Prokura im Handelsregister eingetragen. Auch das Briefpapier der Firma bringt keine Klarheit darüber, wer nun in dem Betrieb das Sagen hat. Denn der im Handelsregister als Geschäftsführer aufgeführte Norbert Hermes aus Saarbrücken, der das Unternehmen aus der Insolvenz gekauft hat, ist auf dem Briefpapier gar nicht genannt. Überhaupt scheint Hermes bei Panadoro kaum eine Funktion wahrzunehmen. „Ich bin ja nur als Investor eingesprungen“, sagt Hermes auf Anfrage. Wetzel bezeichnet Hermes gegenüber unserer Zeitung als „passiven Geschäftsführer“.

Hermes tritt nach außen kaum in Erscheinung, in geschäftlichen Fragen verweist er an seinen Betriebsleiter. Das bestätigen auch die Vermieter eines Ladenlokals in der Völklinger Gerhardstraße, die zunächst bei Hermes erfolglos versucht haben, ausstehende Mieten einzutreiben. Doch auch der angeblich zuständige Betriebsleiter war nach Aussage der Vermieter nicht bereit, für die ausstehenden Mieten geradezustehen. „Auch Wetzel hat uns gegenüber geblockt“, sagen die Vermieter. Der erwidert gegenüber der SZ, es sei nicht wahr, dass er keine Miete gezahlt habe. „Wir haben Mietverhandlungen“, sagt er. Von Verhandlungen sei aber nicht die Rede gewesen, entgegnen die Vermieter. Sie schickten Wetzel Ende November eine fristlose Kündigung. Erst auf diesen Druck hin habe der Panadoro-Betriebsleiter gezahlt.
 
Ebenso schlecht wie bei den Vermietern ist nach Aussagen der Gewerkschaft NGG die Zahlungsmoral gegenüber den Panadoro-Mitarbeitern. Vor dem Arbeitsgericht Saarbrücken sind nach SZ-Informationen mehrere Klagen wegen ausstehender Gehaltszahlungen anhängig. Die Gewerkschaft spricht in diesem Zusammenhang von einem „Management nach Gutsherrenart“.

Ähnlich agierte Wetzel offensichtlich schon bei dem Vorgänger-Betrieb Brotbäckchen. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken bestätigte unserer Zeitung, dass gegen Wetzel in diesem Zusammenhang wegen Insolvenzverschleppung ermittelt wird. Außerdem liegen unserer Zeitung mehrere Strafanzeigen vor, in denen Wetzel im Rahmen der Insolvenz Betrug und Untreue bei Brotbäckchen vorgeworfen werden. Dies seien Tatbestände, die mit der Insolvenzverschleppung „in vielen Fällen einhergehen können und damit auch im vorliegenden Ermittlungszusammenhang nicht völlig fernliegen“, sagt Thomas Reinhardt, Sprecher der Staatsanwaltschaft Saarbrücken. Wetzel räumte gegenüber der SZ zwar ein, eine Firmenkreditkarte für „zwei, drei Privatbuchungen“ genutzt zu haben. Stellungnahmen zu den weiteren gegen ihn erhobenen Vorwürfen lehnte er ab.

Auch in seinem früheren Berufsleben ist Wetzel bereits mit der Justiz aneinandergeraten. Im April 2010 ist er vom Amtsgericht Kaiserslautern wegen Inverkehrbringens nicht zum Verzehr geeigneter Lebensmittel, also verdorbener Ware, in einem Café in Kusel verurteilt worden. Das Urteil damals: ein Jahr, sechs Monate auf Bewährung.
 
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