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Mist und Dreck: Zoff um Gänse am Bostalsee

Von SZ-Redakteur Volker Fuchs

St. Wendel/Nohfelden. Ihre Vorfahren stammen aus Nordamerika und Kanada. Es sind stolze Tiere, die bis zu einem Meter groß und mehr als fünf Kilo schwer werden. Ihr Markenzeichen ist der schwarze Hals, unterhalb des Schnabels verziert mit einem weißen Band. Die Rede ist von den Kanadagänsen. Diese sind zwar ein Blickfang, ihr Kot aber nicht. Der verunstaltet Strände und Liegewiesen. So mittlerweile auch am Bostalsee.

Die zahllosen kleinen Kothäufchen der Gänse stören, verärgern und grämen zunehmend Besucher des Strandbades, machen die Suche nach einem sauberen Platz auf der Wiese zu einem Hindernislauf. Deshalb hat der Landkreis den Wildbiologen Daniel Hoffmann gebeten, herauszufinden, wie man den gefiederten Zuwanderern Einhalt gebieten kann. Hoffmann präsentierte das Ergebnis seiner Arbeit in der jüngsten Kreistagssitzung.

Ende des Winters hat der Biologe am Bostalsee etwa 60 bis 65 Kanadagänse gezählt. 15 bis 20 dieser Tiere haben im Sommer gebrütet und ihren Nachwuchs groß gezogen. Diese im Vergleich zur Gesamtmenge geringe Zahl hängt mit dem Alter der Tiere zusammen. Denn geschlechtsreif sind diese erst im dritten Lebensjahr. Die Zahl brütender Gänse wird in den kommenden Jahren wohl steigen. Hoffmann geht aktuell von einem Winterbestand von 100 Tieren aus.
Die halten sich mit Vorliebe dort auf, wo auch im Sommer die Badegäste sind. Denn die Kanadagänse lieben kurz geschnittenes Gras. Hoffmann: „Die Gänse nutzen Flächen, die intensiv genutzt und gepflegt werden. Da gibt es saftiges, mineralreiches Grün.“ Das heißt aber auch: „Naturflächen nutzen sie nicht.“

Um die Tiere aber trotzdem von den Liegewiesen wegzulocken, hat man auf Anraten des Wildbiologen eine Ausgleichsfläche in der Nähe der Bosener Mühle angelegt. Hoffmann: „Diese Fläche mit kurzem Gras wird von den Tieren angenommen.“ Das Areal muss aber regelmäßig gemulcht und gemäht werden.
Diese Umsiedlung alleine reicht aber nach Ansicht des Experten nicht aus. Einige der Tiere müssten in speziellen Lebendfallen gefangen und getötet werden. Etwa zehn Tiere sollen nach Ende der Schonzeit so aus dem Bestand „rausgenommen“ werden.

 Mit dieser Bestandsreuzierung will man verhindern, dass das Kanadagänsevolk am Bostalsee und damit die Kothäufchen zunehmen. Daniel Hoffmann, dazu: „Damit ist das Problem noch handelbar.“
Anders wie an manchen Seen in Norddeutschland. Dort tummeln sich mittlerweile mehr als 1000 Gänse, die die Wiesen erobert und die Menschen vergrämt haben.

Bei Enthaltung des Grünen-Kreistagsmitgliedes Lars Schlaup sprach sich der Kreistag dafür, das Ruhen der Jagd am Bostalsee, beschränkt auf das Einfangen der Kanadagänse, aufzuheben.


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