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Mit Sport gegen Burnout: St. Ingberter Firma fördert Mitarbeiter

Zu einem Viertel kämen die Kunden von CCC inzwischen aus der Wirtschaft. „Für Unternehmen ist es attraktiv, mit Menschen aus dem Sport zu arbeiten“ und so teilzuhaben an der Welt der Stars, sagt Born. Dass Betriebe Sportler-Coaching für die Gesundheitsvorsorge entdecken, hat auch handfeste Gründe. „Wir begleiten Menschen auf der Höchstleistungsebene.“ Und Höchstleistung wird in Firmen genauso wie im Sport verlangt. Auch „bei Abat+ wird jenseits des Normalen gearbeitet“, sagt die Coaching-Expertin. „Wir sind in einem sehr kritischen IT-Bereich unterwegs, wo Software permanent funktionieren muss“, bestätigt Peter Grendel, einer der drei Geschäftsführer, ihre Einschätzung. Die Programme von Abat+ steuern die Autoproduktion in allen Daimler-Werken.

Ein Alarmsignal war der Fall eines Mitarbeiters, der „am eigenen Leib erfahren hat“, wie es sich anfühlt, wenn nichts mehr geht. „Ich war drei Monate weg – neudeutsch Burnout“, sagt der Software-Spezialist. „Jahrelang habe ich Rufbereitschaft gemacht“ – und gutes Geld verdient. Schließlich war die Belastung aber zu hoch. Für die Geschäftsführung war damit klar: „Wir müssen uns mehr um die Leute kümmern“, sagt Grendel – und über Sportangebote hinaus, etwa Rückenschule oder Lauftreff, noch mehr für die Gesundheit tun. Denn „nur, wenn man gesund ist und sich wohlfühlt, kann man vernünftige Arbeit leisten“. Weil er vor Jahren die Arbeit von CCC mit Jugendfußballern von 1899 Hoffenheim schätzen lernte, war die Idee geboren, die Konzepte aus dem Sport auf Abat+ zu übertragen.

Im März ging es los: Vorstellung von Simone Born auf einer Betriebsversammlung, Kennenlerngespräche, im Mai eine Fragebogenaktion, ein „Burnout-Screening“. Dabei sollte jeder erkennen können, „wo er steht in puncto Stressverarbeitungsfähigkeit“. In Einzelgesprächen sollen nun Mitarbeiter ihre Belastungsgrenzen erkennen und ihre Stärken weiterentwickeln. Die Fragebogenaktion soll wiederholt werden – zur Verlaufskontrolle und damit weitere Mitarbeiter einsteigen können. In der ersten Runde beteiligten sich die Hälfte der rund 70 Beschäftigten in St. Ingbert. Allein „dadurch, dass das Programm da ist, fangen viele an nachzudenken“ über ihren Umgang mit Stress, sagt Manfred Mang von der Mitarbeitervertretung. Darüber hinaus „müssen wir in konkrete Maßnahmen reinkommen“, etwa Arbeitsabläufe ändern, sagt Mang.Schon wünschen einige Mitarbeiter die Einrichtung „einer stressfreien Arbeitszone, wo ein Handy nicht funktioniert und man mal in Ruhe arbeiten kann“, sagt Grendel. Die „Rufbereitschaft werde auch Thema sein, um nachzudenken, „wie solche Stressfaktoren abgefedert werden können“.

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