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Mitgliederschwund in deutschen Sportvereinen

Der Rückgang bei den Turnern ist nicht ganz so ausgeprägt, was vor allem an der Reaktion vieler Vereine auf das Interesse an Fitness zurückgeht. Sie haben ihre eigentlichen Kernkompetenzen erweitert und Kraft- und Ausdauertraining in ihre Angebote integriert. Damit haben sie den privat betriebenen Fitnessstudios das Feld nicht kampflos überlassen. Während die Privatstudios Mitgliederzahlen von etwa sieben Millionen angeben, behauptet sich der Turnerverband bei etwa 4,8 Millionen mit leicht abfallender Tendenz.

Anziehungskraft von Stars abhängig

Unter den 15 Verbänden in Sportarten mit über 500.000 Mitgliedern sind neben den Tennisspielern vor allem die Tischtennisfreunde, die Skifahrer und die Schwimmer von Mitgliederschwund betroffen. Auch bei den Reitern, wenn auch wesentlich abgeflachter, sinken die Mitgliedszahlen seit Jahren kontinuierlich. Als Ursache für diese Entwicklungen drängt sich bei diesen populärsten Sportarten der Verdacht auf, dass die Attraktivität und Nachfrage unmittelbar mit dem Erfolg des Spitzensports in den jeweiligen Disziplinen zusammenhängt. 

In Zeiten des Tennisbooms um Steffi Graf und Boris Becker explodierten die Mitgliederzahlen. Schwimmasse wie Michael Gross und Franziska von Almsick zogen neue Mitglieder scharenweise an. Auch das Tischtennis hatte mit Weltmeister Jörg Roßkopf seinen Star. Seit vielen Jahren hat keine dieser Sportarten, mit Ausnahme des Fußballs, wieder ähnlich erfolgreiche Trendsetter hervorgebracht.

Merchandising und Mode

Die medial stark beeinflusste Alltagswelt hinterlässt auch ihr Spuren bezüglich der Mitgliedschaft in Sportvereinen. Werbung und Merchandising stellen verständlicherweise die wirtschaftlich lukrativsten Sportarten und Tätigkeiten in den Vordergrund. So sind angesagte Trendsportarten vor allem deswegen trendy, weil keine Vereinsangehörigkeit erforderlich ist. Dieses Bild wird von Sportausstattern und Sportartikelherstellern gezielt gefördert. Skaten, Freeclimben, Mountainbiken, Surfen, Rollerbladen und Nordic Walking sind typische Beispiele. Für die Außenwirkung und das Image lassen sich die Hersteller immer neue teure Spezialausstattungen einfallen. 

Hochwertige, atmungsaktive und auf Bewegungsfreiheit optimierte Sportbekleidung von Erima spricht aktive Sportler an. Attraktives Design statt schreiender Farben, Mustern und Logos auf billigen Synthetikgeweben. Die Werbewirtschaft füttert vor allem die narzisstische Komponente des Sports. Sportvereine kümmern sich in erster Linie um ihren Sport und können und möchten nicht mithalten.

Strukturelle Probleme

Neben den von außen herangetragenen Ursachen für den Mitgliederschwund haben auch einige hausgemachte und gesellschaftspolitische Probleme Einfluss auf sinkende Mitgliederzahlen. Der DOSB stellt in seiner Bestandsaufnahme aus 2010 fest, das viele, insbesondere kommunale Sportstätten heruntergekommen und sanierungsbedürftig seien. Als weitere gravierende und in den Sportvereinen selber verankerte Ursache ist die zunehmende Knappheit an Übungsleitern, Aufsichtspersonen und Trainern. Die schon lange anhaltende niedrige Geburtenrate in Deutschland mit statistischen 1,4 Kindern pro Frau senkt die Anzahl der nachwachsenden potenziellen Neumitglieder um etwa dreißig Prozent pro Generation.

Auch das veränderte Freizeitverhalten der Menschen in Kombination mit anderen und neuen Arbeitszeitmodellen wirkt sich nachteilig auf eine regelmäßige Vereinstätigkeit aus. Flexiblere und teilweise längere Arbeitszeiten wie beispielsweise im Einzelhandel und in Dienstleistungsbranchen machen es für die dort Erwerbstätigen unmöglich, an regelmäßigen Trainingsstunden und Wettkampfveranstaltungen teilzunehmen. Während private Fitness- und Sportstudios ihr Angebot an diese neuen Rahmenbedingungen angepasst hat, haben Sportvereine personell und räumlich große Probleme. Der Mangel an nutzbaren Sportstätten ist vor allem tagsüber, wenn Schulsporthallen, schulische und universitäre Außenanlagen belegt sind, ein massives Problem.

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