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Mobilgeräte in Grenznähe schalten oft automatisch um: Das kann teuer werden

Immer wieder klagen SZ-Leser über schlechten Mobilfunk-Empfang in Grenznähe. Oft ist das Netz des inländischen Anbieters schon Kilometer davor weg und das Handy wählt sich vielleicht automatisch bei einem ausländischen Betreiber ein, was zu erheblichen Mehrkosten führen kann. Auch Arthur Biesalski muss in seinem Zuhause in Alt-Saarbrücken immer wieder das Zimmer wechseln, um im deutschen Netz zu bleiben. Das Problem trete seit einigen Monaten gehäuft auf: „Vermutlich wurde der französische Sender verstärkt“, überlegt er. Ein von seinem Anbieter Vodafone vorgeschlagener Wechsel des Gerätes und der SIM-Karte hätten nichts gebracht, ergänzt der SZ-Leser.

Michael Reifenberg, Sprecher der Bundesnetzagentur (BNA), erklärt, dass aus dem von der Regulierungsbehörde erlassenen Frequenznutzungsplan kein Anspruch auf störungsfreien Funkempfang abgeleitet werden kann. Der Empfang könne durch Ereignisse wie das Wetter beeinflusst werden. „Funkwellen breiten sich nach physikalischen Gesetzen ohne Rücksicht auf Grenzen aus“, sagt Reifenberg. Eine Technik, um dies zu verhindern, gebe es nicht. Um hohe Roaming-Gebühren zu vermeiden, empfiehlt er den Nutzern sicherzustellen, dass sie nicht aus Versehen in einem ausländischen Netz landen, und immer wieder mal auf ihr Gerät zu schauen: „Zudem sollte die automatische Netzwahl ausgeschaltet sein, wenn sie im grenznahen Bereich unterwegs sind.“

Die Vergabe der Frequenzen sei international festgelegt. In Deutschland gebe es darüber hinaus strenge Strahlenschutz-Vorschriften, so der Sprecher. In Frankreich könne dies dagegen anders sein.

Im konkreten Fall könne der Mess- und Prüfdienst der Bundesnetzagentur testen, ob die Werte der französischen Anbieter in Deutschland überschritten werden. Zur Überprüfung benötige die BNA eine ortsspezifische Meldung. Betroffenen rät Reifenberg, mit ihren Providern das Gespräch zu suchen. Wenn nichts hilft, gebe es noch die Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln.

Vodafone-Sprecher Volker Petendorf hat die Beobachtungen des SZ-Lesers Arthur Biesalski überprüfen lassen. Dabei sei festgestellt worden, dass die französischen Mitbewerber tatsächlich stark nach Deutschland hineinsenden. „Das ist positiv für ihre Kunden und auch legitim“, sagt er. Die inländischen Netzbetreiber dürften das dagegen nicht im Ausland tun. Auch Telekom-Sprecher Dirk Wende ist das Problem bekannt, das je nach Standpunkt und topografischer Gegebenheiten unterschiedlich stark ausgeprägt sein könne. Das Unternehmen müsse sich in Deutschland, wo alles sehr genau reglementiert sei, an die Vorgaben halten. Die Berechnung der Netzarchitektur, die die Versorgung gewährleistet, sei zudem eine sehr komplexe Angelegenheit.

Beide Anbieter empfehlen ihren Kunden entweder, das Netz immer manuell einzustellen. Da dies jedoch nicht bei allen Mobilfunkgeräten möglich sei, sollte sich der Kunde vor dem Neukauf beraten lassen, ergänzt Volker Petendorf von Vodafone . Alternativ raten beide Sprecher zur Zubuchung eines speziellen Tarifes. Für einen Aufpreis (ab etwa fünf Euro im Monat) könnten die Kunden dann innerhalb der EU-Staaten – egal, in welchem Netz sie sich aufhalten – ihr normales deutsches Vertragsangebot nutzen.
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