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Moderne Galerie: Anwohner verärgert

 Saarbrücken. Die Stiftung Saarländischer Kulturbesitz sucht das Gespräch mit den Anwohnern der Modernen Galerie. Bevor auf der Wiese vor dem Museum damit begonnen wird, die Baugrube für den Neubau der Galerie der Gegenwart auszuheben, will die Stiftung die Anwohner bei einem Gläschen aus dem Bistro Archipenko über die Baumaßnahme informieren und Gelegenheit zur „kontroversen Diskussion“ geben. So steht es in einem Brief, den die Anwohner gestern bekommen haben.

Um Viertel nach Zwölf sei der Brief abgegeben worden, sagt eine Anwohnerin. Die Uhrzeit sei symbolisch. Denn es sei ja längst nach Zwölf – also alles beschlossen und wohl kaum mehr zu verhindern. Außerdem hatte die Stiftung die Medien bereits am vergangenen Donnerstag über die geplanten Bauabschnitte informiert – drei Tage, nachdem man damit begonnen hatte, die Baustelle einzurichten. Auch das vom Landgasthof Paulus betriebene Museums-Bistro Archipenko hatte am Donnerstag schon mitgeteilt, dass am 31. Juli die letzte Schicht sei und man danach „für immer schließen“ werde.

Auf einer Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag hatten Stiftungsvorstand Ralph Melcher und die Kuratorin der Stiftung, Kultusministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), mitgeteilt, dass der Bauzaun bis zum 3. August fertig sei. Am Freitag, 7. August, wird Ministerpräsident Peter Müller (CDU) den ersten Spatenstich vollziehen. Am Montag, 10. August, soll dann mit dem Bau begonnen werden. Bis Dezember ist die Baugrube nach Planungen der Stiftung ausgehoben.

Viele der Anwohner und Mitglieder der „Bürgerinitiative gegen das Museumsmonster“, die den Neubau für überdimensioniert halten, fühlen sich durch die Einladung zum Gespräch veräppelt. Es scheine nur darum zu gehen, beim Spatenstich sagen zu können, man habe ja mit den Anwohnern geredet, vermutet eine Bewohnerin der Bismarckstraße.

Außerdem zeuge es nicht von ernsthaftem Gesprächswillen, wenn montags für einen Termin freitags eingeladen werde – und das mitten in den Ferien. Die ältere Dame hat Ralph Melcher in einem Brief gebeten, den Termin auf die Zeit nach den Ferien zu verschieben. Die meisten Anwohner seien zurzeit nämlich überhaupt nicht in Saarbrücken. Unter anderem auch die in der Bismarckstraße wohnende Sprecherin der „Bürgerinitiative gegen das Museumsmonster“, Christa Jenal.

Sie meldete sich gestern aus dem Urlaub. Dass die Landesregierung drei Wochen vor der Landtagswahl versuche, Fakten zu schaffen, sei „arrogant“ und zeuge von wenig Demokratieverständnis. „Die CDU muss aufpassen, dass diese Baugrube nicht zu ihrer Gruft wird“, sagt Jenal. Auch sie fordert die Stiftung auf, das Gespräch zu verschieben und die Landtagswahl abzuwarten. Es sei wichtig zu sehen, wie der neue Landtag zu dem Projekt stehe, für das er zehn Millionen Euro bewilligen soll. Martin Rolshausen  
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