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Mörsdorf: Ältere Reaktoren sollen vom Netz

  Saarbrücken/Berlin. In der Debatte um die Laufzeiten von Atomkraftwerken, die sich durch den erneuten schweren Störfall in Krümmel verschärft hat, nimmt die saarländische Landesregierung eine eigene Position ein. Sie spricht sich dafür aus, die älteren Reaktoren beschleunigt vom Netz zu nehmen, um im Gegenzug Anlagen mit dem aktuellen Stand der Sicherheitstechnik längere Restlaufzeiten zu ermöglichen. So forderte der saarländische Umweltminister Stefan Mörsdorf in einem Positionspapier, das unserer Zeitung vorliegt: „Wir müssen die Siedewasserreaktoren vom Typ Krümmel möglichst schnell vom Netz nehmen; deren Reststrommengen können wir dann auf modernere Anlagen übertragen.“

Bei einer solchen Vorgehensweise, so Mörsdorf weiter, verringere sich auch der Druck zur Entscheidung über die Restlaufzeiten insgesamt. Mörsdorf: „Darüber können wir später, vielleicht erst nach der nächsten Legislaturperiode reden.“ Die Frage, „ob wir bei den Laufzeiten noch fünf Jahre drauflegen müssen“, sollte erst dann entschieden werden, wenn absehbar sei, wie schnell sich der Ausbau der erneuerbaren Energien entwickelt und wie verlässlich die Gaslieferungen aus Russland seien. „Dabei gibt es keine Eile“, hieß es. Es gehe darum, die schwierige Frage der Restlaufzeiten „pragmatisch zu entscheiden“, meinte der Minister; demgegenüber drängten Gegner und Befürworter der Kerntechnik auf eine unmittelbare Festlegung. Jedoch brauche man, so Mörsdorf weiter, ein größeres Maß an Kompromissbereitschaft auf allen Seiten, „eine vermittelnde Linie, keinen Kurs, der das Land wieder polarisiert“.

Für die Verwendung möglicher Zusatzeinnahmen aus dem verlängerten Betrieb von Kernkraftwerken wies Mörsdorf darauf hin, dass man einen Fonds oder eine Stiftung gründen könne, „die Erforschung und Ausbau der erneuerbaren Energien fördert“. Kritik übten der SPD-Landesvorsitzende Heiko Maas und die Saar-Grünen an der Haltung Mörsdorfs. Maas sagte, die Konsequenz könne jetzt nur lauten: Die älteren und unsicheren Atommeiler müssen umgehend vom Netz. Ein klares Bekenntnis zum vollständigen Atomausstieg forderte der Grünen-Umweltpolitiker Klaus Borger. Gestern hat die CDU auf Bundesebene den politischen Druck auf Vattenfall, den Betreiber des abgeschalteten Atommeilers der Elbe, erhöht. „Das Kraftwerk Krümmel kann nur dann weiterlaufen, wenn die sicherheitsrelevanten Voraussetzungen des Atomgesetzes wieder erfüllt sind“, sagte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla am gestrigen Montag in Berlin. Während die SPD und ihr Umweltminister Sigmar Gabriel den Meiler im schleswig-holsteinischen Geesthacht 2009 abschalten und die sieben ältesten Kernkraftwerke vorzeitig bis 2012 vom Netz nehmen wollen, hält die Union aber an längeren Laufzeiten „sicherer“ Atomkraftwerke fest. Unterdessen wird der Reaktor in Krümmel auf Schäden an den Brennstäben untersucht. Mindestens einer dieser 80 000 mit dem Brennstoff Uran gefüllten Metallröhren soll defekt sein, denn im Primärkreislauf fanden sich eine Menge Metallsplitter. Gerhard Franz/ Nachrichtenagenturen 
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