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Montag Massen- Untersuchung in Saarlands Kliniken

Von SZ-Redakteur Johannes Schleuning

Saarbrücken. Er ist klein, fies und offenbar schwer auszurotten: Der Antibiotika-resistente Erreger „Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus“, kurz MRSA, ist in nahezu allen Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen und Pflegeheimen zu finden und kann bei immungeschwächten oder chronisch kranken Menschen zum Tod führen. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse ist die Zahl der MRSA-Infektionen in saarländischen Kliniken in den vergangenen zwei Jahren um rund 20 Prozent gestiegen. Um mehr über den gefährlichen Erreger und seine Verbreitung zu erfahren, soll nun in den kommenden acht Wochen von allen stationär behandelten Patienten in saarländischen Kliniken ein Abstrich von Rachen und Nase gemacht werden.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums werden dies rund 30.000 Patienten sein. Sie werden vor der Entnahme der Abstriche um ihre Einwilligung gebeten. Anschließend werden die Proben anonymisiert und zur Untersuchung an das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Uniklinik in Homburg geschickt.

Zunehmend widerstandsfähig


Für diese „in einem Flächenbundesland bislang einmalige Reihenuntersuchung“ veranschlagt das Gesundheitsministerium Kosten in Höhe von rund 150.000 Euro, die aus dem Etat der Landesregierung sowie aus Mitteln des „DART“-Programms (Deutsche Antibiotika-Resistenz-Strategie) des Bundesgesundheitsministeriums finanziert werden.

Schätzungen zufolge sterben bundesweit jährlich rund 1500 Menschen an Antibiotika-resistenten Erregern. Die weltweit zunehmende Widerstandsfähigkeit des Bakteriums führen Wissenschaftler auf den vermehrten Einsatz moderner Breitband-Antibiotika zurück. Mitverantwortlich dafür ist nach Darstellung der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie die Verschreibungspraxis vieler Ärzte. Vielfach würden Antibiotika ohne Bestimmung der Erreger verordnet. In anderen Fällen verschrieben die Ärzte aus Kostengründen nicht das wirksamste, sondern billige oder zu wenige Antibiotika. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse ist die Verschreibungsrate von Antibiotika im Saarland die höchste bundesweit. Ob dies zu der hohen Zahl von Infektionskrankheiten im Saarland beiträgt, ist jedoch umstritten.

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