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Montessori-Schule: Landesverband auf Distanz

Hinter den Türen der Montessori-Grundschule in Humes brodelte es bereits kurz nach der Eröffnung 2010.

Hinter den Türen der Montessori-Grundschule in Humes brodelte es bereits kurz nach der Eröffnung 2010.

Eppelborn. Der Ärger an der der privaten Montessori-Grundschule „Peter Josef Rech“ in Eppelborn-Humes (die SZ berichtete) hat nun den Montessori-Landesverband Saar aufgeschreckt. Denn die Probleme in Humes könnten auch dem guten Ruf anderer Montessori-Einrichtungen schaden. In Humes gibt es Vorwürfe von Eltern an die Schulleitung, ihre Kinder seien „geschüttelt“, „angeschrien“ und „festgehalten“ worden. Vorfälle, wie sie Eltern zur Anzeige gebracht haben und wogegen sich der Vorsitzende des Trägervereins Montessori Nordsaar, Martin Fries, wehrt. Der Montessori-Landesverband Saar distanzierte sich gestern von den Querelen an der Schule.

„Hier muss klar der Konflikt handelnder Personen vom Montessori-Gedanken getrennt werden“, sagte die Landesvorsitzende Ernesta Backes der SZ auf Anfrage. Einschreiten in den Konflikt könne weder der Landesverband noch der Dachverband der Deutschen Montessori Gesellschaft. Denn der Name Montessori sei nicht geschützt. „Den Inhalt von Montessori umzusetzen obliegt den Leuten in der Einrichtung selbst“, sagte Backes. Zu kontrollieren, ob und in wieweit das Montessori-Konzept in Humes Anwendung finde, liege nicht in der Zuständigkeit des Landesverbandes. „Wir geben gerne Hilfestellung. Das können wir aber nur dann tun, wenn sie gewünscht ist“, sagte Backes weiter. Ein Qualitätsmerkmal, ob eine Einrichtung das pädagogische Konzept und das Ansinnen von Montessori umsetze, sei das Montessori-Qualitätssiegel.



Um es zu erhalten, müsse eine Einrichtung einen Kriterienkatalog abarbeiten, die Montessori-Gesellschaft erteile nach Prüfung das Siegel, erklärte Backes. Die Montessori- Pädagogik achte die Würde von Kindern und orientiere sich an ihren Bedürfnissen. Inhalte sind unter anderem, jedes Kind als Individuum anzunehmen, es zu lenken und zu begleiten, nicht aber in seinem Wesen zu verändern. Das Akzeptieren und Einhalten von Grenzen gehörten dazu. Eltern von Kindern, die zurzeit an der privaten Grundschule unterrichtet werden, äußerten sich positiv über die Umsetzung des pädagogischen Konzeptes.

Und auch Fries erklärte der SZ, dass die Pädagogik im Sinne von Maria Montessori umgesetzt werde. Andere Eltern, die ihre Kinder von der Schule nahmen, sind anderer Meinung und brachten die angeblichen Methoden, wie Kindern Grenzen aufgezeigt werden, zur Anzeige. „Bei uns ist kein Kind misshandelt worden“, sagte Fries. Der Trägervereins- Vorsitzende erklärte angebliche Vorfälle so: „Wenn geschlagen oder nicht mehr auf die Lehrer gehört wird, da ist es ganz normal, dass man diesen Kindern die Grenzen aufzeigen muss, Regeln müssen eingehalten werden. Wenn ein Kind einfach den Unterricht verlässt, und will die Tür raus rennen, dann hält man es fest. Und wenn Kinder über die Tische rennen, ruft man mal laut: Hinsetzen, zum Donnerwetter.“
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