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Mordanklage gegen Paketbomber erhoben

Saarbrücken/Völklingen. Der Fall hatte Ende Mai für großes Aufsehen gesorgt: Der 39 Jahre alte Olaf B. starb am 25. Mai bei einer Explosion in seinem Haus im Völklinger Stadtteil Heidstock. Anfangs waren die Ermittler noch von einer Gasexplosion ausgegangen. In den Trümmerbergen des teilweise eingestürzten Eckhauses fanden die Beamten dann aber Reste einer Paketbombe. Nach intensiven Ermittlungen im Umfeld des Opfers stieß die bei der Kriminalpolizeiinspektion eingerichtete Sonderkommission (Soko) „Trümmer“ auf den 45 Jahre alten arbeitslosen Bäcker J. aus Wadgassen.

Gegen ihn hat die Staatsanwaltschaft jetzt Anklage wegen Mordes erheben. Er muss sich vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Saarbrücken verantworten. Sein Motiv aus Sicht der Anklage: Eifersucht. Im Haus des Opfers lebte auch dessen Lebensgefährtin. Sie hatte kurz vor der Explosion das Anwesen verlassen. Der jetzt Angeklagte hatte angeblich früher eine Liebesbeziehung zu der Frau. Möglicherweise machte er sich Hoffnungen, dass sie zu ihm zurückkehrt, wenn er seinen Konkurrenten ausschaltet.



Nach Angaben von Presse-Staatsanwalt Thomas Reinhardt war der bereits mehrfach vorbestrafte 45-Jährige, gegen den am 8. Juni Haftbefehl erging, „zunächst umfassend geständig“. Inzwischen habe er dieses Geständnis jedoch teilweise widerrufen. Die Staatsanwaltschaft habe nach den Ergebnissen ihrer Ermittlungen aber keine Zweifel an der Richtigkeit seiner ursprünglichen Angaben.  So seien bei der Durchsuchung der Wohnung des Mannes belastende Unterlagen sichergestellt worden.

Nach Informationen unserer Zeitung fanden die Kripobeamten damals in der Wadgasser Wohnung auch mehrere Computer mit ungewöhnlich großen Datenmengen. Er hatte demnach im Internet recherchiert, welche Bestandteile er zum Bau einer Paketbombe mit entsprechendem Zündmechanismus benötigte. Diese Materialien habe er sich dann besorgt und die tödliche Bombe per Post an den 39-Jährigen geschickt. Zuvor soll er seinem Opfer bereits wiederholt Warenpakete zugesandt haben. Reinhardt: „Um sicherzustellen, dass der Mann das Bombenpaket auch tatsächlich öffnen würde“, habe er ihm vorgespiegelt, er sei als „Warentester“ ausgewählt worden. Als der Wadgasser Anfang Juni erfuhr, dass gezielt gegen ihn ermittelt wurde, versuchte er, sich das Leben zu nehmen. Der Haftbefehl gegen ihn wurde wenig später in einer psychiatrischen Klinik vollstreckt.
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